Fütterung des Pferdes bei Hufrollensyndrom

Fallbeispiel: Hufrollensyndrom
„Hallo, ich hätte gerne eine Futterberatung. Mein Pferd hat das Hufrollensyndrom und ich habe schon oft gehört, dass iwest zur Unterstützung sehr geholfen hat. Danke LG“
Was ist das Hufrollensyndrom?
Vereinfacht ausgedrückt kommt der Hufrolle bei jedem Pferdeschritt eine komplexe Federfunktion zu, denn sie wirkt wie eine „Umlenkrolle“ der Zugkräfte, die in der Stützbeinphase auf die tiefe Beugesehne wirken, wobei der Hufrollenschleimbeutel eine Pufferfunktion von der tiefen Beugesehne über den Schleimbeutel zum Knochen (Strahlbein) hin übernimmt.
Dieses Funktionszusammenspiel kann durch starke sportliche Beanspruchung, genetische Prädispositionen, Huffehlstellungen (Trachtenzwang bzw. niedrige Trachten/lange Zehe, schlecht ausgebildetes Strahlpolster) und nicht zuletzt auch eine mangelhafte Versorgung mit Nährstoffen beeinträchtigt werden.
Das Hufrollensyndrom (auch Palmar Foot Pain, Strahlbeinerkrankung, Hufrollenentzündung oder Podotrochlose genannt) ist eine entzündliche und/oder degenerative Erkrankung des Hufrollen-Komplexes (lat. podotrochlea): Dieser umfasst das Strahlbein und die Strahlbeinbänder sowie Anteile der tiefen Beugesehne und den Hufrollenschleimbeutel. Symptome sind z. B. vermehrtes Stolpern, verhaltene Wendungen bis Wendeschmerz, klammer Gang bis hin zu einer Lahmheit.
Man differenziert bei dem Hufrollensyndrom weiterhin zwischen osteolytischen (knochenauflösenden) Prozessen des Strahlbeins und/oder Veränderungen/Entzündungen der Weichteilstrukturen.
Was kann man für die Hufrolle tun?
Unterstützende Maßnahmen sind neben tierärztlichen Interventionen (z. B. nicht-steroidale Entzündungshemmer, Bisphosphonat-Therapie zur Bindung von Calcium im Knochen), vor allem die Hufzubereitung (Hufbalance herstellen bzw. sich dieser annähern, ggf. vorliegende Zwangssituationen beheben) sowie ein orthopädischer Hufschutz (Unterstützung und Dämpfung des palmaren Hufbereichs).
Weiterhin wichtig ist ein angepasstes Bewegungsmanagement mit entsprechender Aufwärmphase, um durch moderate Bewegung auf geeignetem Untergrund die Funktionsstrukturen zu unterstützen.
Darüber hinaus kann die Fütterung durch die Gabe wichtiger Nährstoffe die Situation deutlich verbessern.
Ziel einer entsprechenden Fütterungsempfehlung ist es, den Hufrollen-Komplex zu stärken, damit er seine Federfunktion wieder ausüben kann. Je nachdem, ob es sich um entzündliche Prozesse und/oder eine degenerative Entwicklung handelt, sind unterschiedliche Fütterungsempfehlungen denkbar.
Da meistens mehrere Strukturen gleichzeitig beteiligt sind, empfiehlt sich zunächst die Basisversorgung mit Kollagenpeptiden, denn kollagene Strukturen sind entscheidend für den gesamten Bewegungsapparat.
Bioaktive Kollagenpeptide werden für die Knochenmatrix ebenso benötigt wie für die Bildung des Moleküls Aggrekan (wichtigster Proteoglykan im Knorpel) und Kollagen Typ-I wie Typ-II. Kollagenpeptide sind der Hauptbestandteil unseres Magnokollagens® und bietet Ihrem Pferd leicht aufnehmbare Kleinstbausteine für die komplexen Strukturen des Hufrollenapparates. Das enthaltene Glucosamin kann weiterhin den Auf- bzw. Umbau des Binde- und Stützgewebes unterstützen. Vitamin K1 dient der Aufrechterhaltung der Knochendichte und -regeneration.
Bei knochenabbauende Prozessen wiederum, gilt es die Nährstoffe für den Knochenstoffwechsel bereitzustellen, so dass ein gesunder Knochenaufbau stattfinden kann (physiologisches Gleichgewicht von Ab- und Aufbau).
Unser Magnopodo® ist ein spezieller Mineral-Vitamin-Komplex, bestehend aus den Knochen Stabilität gebenden Mineralien (v. a. Calcium und Magnesium) und wichtigen Spurenelementen wie Zink, Kupfer und Mangan, die als Aktivator oder Cofaktoren Knochenumbauprozesse unterstützen.
Zur Beruhigung entzündlicher Prozesse empfiehlt sich unter anderem Kurkuma und Weihrauch, die traditionell als natürliche Entzündungshemmer eingesetzt werden und bei Pferden (im Gegensatz zu z. B. Weidenrinde, Ingwer, Teufelskralle) den Magen nicht beeinträchtigen. Auch potenziell entzündungshemmende Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren bieten sich an. Positive Effekte auf den Bindegewebsstoffwechsel zeigen sich in Studien zur Tierernährung bei der Gabe von Grünlippmuschel. Die genannten Komponenten haben wir in der Rezeptur unseres Magnoflexals® berücksichtigt und das Produkt ist unsere Empfehlung an dieser Stelle.
Schließlich ist auch die Gesamtration zu überprüfen, denn wenn Pferde weniger bewegt werden, muss der Energiegehalt der Ration angepasst werden, damit es nicht zu Übergewicht kommt, das wiederum das Hufrollensyndrom begünstigen würde.
Beispielration Hufrollensyndrom
Nachfolgende Beispielration empfehlen wir bei der Behandlung eines Befundes am Strahlbein sowie der tiefen Beugesehne.
Bei gleichzeitig osteolytischen Prozessen (Rationserweiterung 1) und/oder einer Entzündung des Schleimbeutels (Rationserweiterung 2) empfehlen wir, die Ration noch zusätzlich auszuweiten.
So lange Pferde weniger bewegt werden, ist es sinnvoll, das Kraftfutter auf ein Minimum zu reduzieren, um Übergewicht und überschäumende Energie zu verhindern. Bei leichtfuttrigen oder übergewichtigen Pferden kann es zusätzlich notwendig sein, weniger Heu zu füttern. Sobald ein Pferd wieder normal bewegt wird, kann auch die Fütterungsmenge wieder erhöht werden.
Darüber hinaus muss ein entsprechendes Mineralfutter die Mikronährstoffe, die für den Intermediärstoffwechsel benötigt werden, in angepasster Menge und bedarfsorientiert zur Verfügung, stellen.
- Basisempfehlung: Magnokollagen® zur Regeneration der kollagenen Funktionsstrukturen
- Täglich 15 g je 100 kg Körpergewicht für die Dauer von 6 Wochen (danach 8 g pro 100 kg KGW, sofern deutliche Besserung des klinischen Bildes)
- = 90 g pro Tag bei 600 kg KGW (danach 48 g bei 600 kg KGW)
- Fütterungsdauer: Insgesamt mindestens 3 Monate und bestenfalls aufgeteilt auf zwei Mahlzeiten (Tipp: in angefeuchtetem Futter).
- Täglich 15 g je 100 kg Körpergewicht für die Dauer von 6 Wochen (danach 8 g pro 100 kg KGW, sofern deutliche Besserung des klinischen Bildes)
- Optionale Rationserweiterung 1: Magnopodo® beim Vorliegen knochenabbauender (osteolytischer) Prozesse (z. B. „Lollipops“, Strahlbeinzyste)
- Täglich 4 g je 100 kg Körpergewicht
- = 24 g pro Tag bei 600 kg KGW
- Fütterungsdauer: Mindestens 6 Monate, allerdings empfehlen wir eine Gabe von bis zu 12 Monaten.
- Täglich 4 g je 100 kg Körpergewicht
- Optionale Rationserweiterung 2: Magnoflexal® zur Unterstützung der natürlichen Entzündungskaskade
- Täglich: 5 g je 100 kg Körpergewicht (Zeitraum von 6 bis 8 Wochen)
- = 30 g pro Tag bei 600 kg KGW
Anmerkung: Unsere Beispielrationen bilden allgemeine Empfehlungen ab, ohne an dieser Stelle weitere Faktoren wie z. B. das Gewicht, das sportliche Leistungsniveau oder für den jeweiligen Einzelfall wichtige Sachverhalte berücksichtigen zu können. Diese berücksichtigen wir gerne für Sie im Rahmen unserer individuellen Fütterungsberatung. Sprechen Sie uns an und wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine für Ihr Pferd geeignete Fütterungsstrategie.
Kundenfeedback zu Magnopodo®
Von:iWEST TeamAm:04.11.2020Vielen Dank für Deine Bewertung. Wir freuen uns, dass unserer Futtermittel im Zusammenspiel mit weiteren wichtigen Maßnahmen und Tipps von uns, einen positiven Beitrag zur Situationsverbesserung von Samira leisten konnten. Wir wünschen Dir und Deinem Pferd weiterhin alles Gute und stehen Dir für Rückfragen stets zur Verfügung. Mit herzlichen Grüßen Dein Team von IWEST



