Basis-Mineralfutter für Pferde

Wir empfehlen den grundlegenden Bedarf an Mineralien und Vitaminen gezielt zuzufüttern, um Unter- und Überversorgungen zu vermeiden. Bildquelle: Shutterstock

Fallbeispiel: Auswahl Basis-Mineralfutter

„Liebes iWest-Team,

ich bin auf der Suche nach einem Mineralfutter für meinen PRE (12 Jahre, leichte Arbeit, wird getreidefrei gefüttert), dabei bin ich auf das Magnometabol und das Magnostable gestoßen, die mMn beide in Frage kommen würden.

VG Antonia B.“

Was ist ein Basis-Mineralfutter?

Unter einem Basismineral(futter) versteht man ein Mineralfutter, das – abgestimmt auf die Grundfuttermittel – den grundsätzlich vermuteten Bedarf an Mengen- und Spurenelementen sowie Vitaminen deckt, den Pferde im Erhaltungsstoffwechsel bzw. bei leichter Arbeit haben. So wird im Alltag und im Vergleich zu mehr arbeitenden Pferden bspw. in der Basisversorgung etwas weniger Zink, Mangan, Vitamin A und E benötigt.

Mengen- und Spurenelemente sowie Vitamine werden als Mikronährstoffe im Intermediärstoffwechsel bei allen Pferden u. a. als Coenzyme oder auf zellulärer Ebene verbraucht. Dabei muss bedacht werden, dass Heu (und Gras) den größten Teil des Bedarfs an Mineralien (und Vitaminen) abdecken, die Gehalte aber je nach Region stark variieren können. Das richtige Basis-Mineralfutter schafft dann, mit Hilfe von Durchschnittswerten, den theoretisch benötigten Ausgleich, ohne eine schädliche Überversorgung zu provozieren.

Im Bereich von mittlerer bis schwerer Arbeit oder vor dem Hintergrund seinem Pferd ein komfortables Nährstoffangebot zu unterbreiten, ist ein reines Basis-Mineralfutter nicht mehr das Mittel der Wahl, denn die Anforderungen die an den Organismus gestellt werden sind schlicht höher.

Will sich die Pferdebesitzerin bzw. der Pferdebesitzer ein umfassendes und detailliertes Bild der Versorgungslage des eigenen Pferdes machen, gilt die individuelle Rationsberechnung als Goldstandard. Im Idealfall liegt darüber hinaus auch noch eine Grundfutteranalyse vor.

In einer solchen Berechnung werden nicht nur die absoluten Bedarfswerte berücksichtigt, die erreicht werden sollten, sondern auch das Verhältnis der einzelnen Mineralien untereinander. Zusätzlich können dabei auch Unterschiede in der Rationsgestaltung, also beispielsweise bei der Wahl des Krippenfutters, berücksichtigt werden.

Das bedarfsgerecht ernährte Pferd erkennt man daran, dass es gut aussieht, einen entspannten Eindruck macht, angenehm im Umgang sowie leicht anzusprechen ist sowie konzentriert, gelassen, willig und freudig mitarbeitet.

Mineralisierung im Jahresverlauf

Eins direkt vorab: Eine Grundmineralisierung macht sowohl im Winter als auch im Sommer unserer Einschätzung nach Sinn. Kritiker von Mineralfuttern wenden an dieser Stelle gerne ein, dass es in der ursprünglichen Natur auch keine zusätzliche Mineralisierung gegeben hätte und die Pferde es auch „ohne Mineralfutter geschafft hätten“. Und ja, das stimmt.

Jedoch berücksichtigt die Kritik nicht, dass sich über die Zeit die Nährstoffgehalte regional verändert haben, unnötige Mangelsituationen aus früheren Zeiten heute gar nicht erst aufkommen müssen und unsere Pferde in menschlicher Obhut leben, mit allen Vor- (z. B. Schutz) und Nachteilen. Zu den Nachteilen gehört, dass der Mensch die Stall-Ration bestimmt und eine Futterselektion auf der Koppel nahezu unmöglich ist, aufgrund eingeschränkter Flächen (unsere Pferde können sich nicht frei wie in der Wildnis bewegen) sowie der Botanik.

So wird insbesondere im Winter bei länger abgelagertem Heu das Angebot an Vitamin E und ß-Carotin knapp. Auch bei älterem Weidefutter (z. B. überständiges Gras, Weidegebiete in Trockenzonen) sind die Gehalte nicht ausreichend, um den alltäglichen Bedarf zu decken.

Die Gehalte an Spurenelementen sind im Weidegras oder Heu (je Trockensubstanz) annähernd gleich, so dass sich hier die Versorgungslage kaum ändert. Frisches Weidegras zeichnet sich durch hohe Gehalte an Protein und Aminosäuren aus, wie auch an Vitamin E und ß-Karotin. Vitamin A kommt in natürlichen Futtermitteln für Pferde nicht vor, sondern wird ausschließlich aus ß-Carotin gebildet.

Lang gewachsenes, überständiges Gras weist demgegenüber schon einen geringeren Gehalt an Protein auf. Letztendlich kommt es auf den Aufwuchs der Weide sowie die Dauer der Weidezeit an, was tatsächlich an Vitaminen und auch Aminosäuren aufgenommen werden kann.

Gerade die Gehalte an Vitamin A sind in unseren Mineralfuttern so austariert, dass auch bei Weidegang auf gut bewachsenen Koppeln eine kritische Überversorgung nicht zu befürchten ist. Vitamin E hingegen hat eine relativ hohe Spannbreite, in der es problemlos zugeführt werden kann.

Grundsätzlich sollte ein Basis-Mineralfutter sowohl zur Winterzeit als auch bei Weidegang beibehalten werden, um dem Stoffwechsel einen gewissen Komfort zu ermöglichen und Mangelsituationen sicher auszuschließen.

Magnometabol® vs. Magnostable®

Um den alltäglichen Bedarf an Mengen- und Spurenelementen, bei moderater sportlicher Belastung, zu decken bieten wir zwei Basis Mineralfutter Magnostable® und Magnometabol® an.

Magnostable® enthält geringe Mengen an Getreide und wird idealerweise bei einer traditionellen Heu-Hafer-Fütterung eingesetzt. Bei einem geringen Leistungsniveau, einer guten Heuqualität, auch in Kombination mit Weidegras und der zusätzlichen Fütterung von Hafer stehen dem Pferd i. d. R. auch genügend Aminosäuren zur Verfügung, so dass das Magnostable® in diesen Fällen ausreichend ist.

Bei Magnometabol® wurde im Vergleich zu Magnostable® gänzlich auf Getreide verzichtet, so dass ein Stärke- und Zuckergehalt von unter 3% erreicht wird. Damit passt Magnometabol® perfekt zu einer getreidefreien Fütterung, da hierfür ein höherer Phosphorgehalt berücksichtigt wurde. Bei Magnometabol® liegt das Ca:P-Verhältnis bei 1:3. Bei Magnostable® im Vergleich ist das Verhältnis bei 2,4:1. Magnometabol® enthält darüber hinaus ein Plus an Aminosäuren.

Pferde, die EMS (Equines Metabolischen Syndrom) oder PPID (Equines Cushing) haben, werden aufgrund der Erkrankungen sehr häufig getreidefrei gefüttert. Oftmals haben diese Pferde auch eine Historie mit Hufproblemen. Aus diesem Grund sind Magnometabol® Biotin und schwefelhaltige Aminosäuren zugesetzt, um die Hufqualität zu unterstützen.

Hinsichtlich der Spurenelemente sind die beiden Produkte sehr ähnlich, ebenso bezüglich des Vitamin A und E. Allein die B-Vitamine sind im Magnometabol® etwas höher angereichert, die z. B. für den Energiestoffwechsel wichtig sind.

Beispielration Basis-Mineralfutter

Egal ob Ihr Pferd eine raufutterbetonte Ration oder eine Heu-Hafer-Fütterung bekommt oder 24 Stunden auf der Weide gehalten wird. Nachstehende Empfehlung können Sie zu jeder Raufuttergrundlage und jedem Krippenfutter ergänzen, welches nicht mineralisiert ist. 

Wir empfehlen Magnostable® und Magnometabol® generell für Freizeitpferde mit geringer Arbeitsbelastung (leichte Arbeit) und Pferde im Ruhestand.

  • Option 1: Magnostable® zur klassischen Heu-Hafer-Ration
    • Täglich: 10 g pro 100 kg Körpergewicht (KGW)
      • = 60 g pro Tag bei 600 kg KGW
         
  • Option 2: Magnometabol® für die getreidefreie Fütterung
    • Basisempfehlung: 10 g pro 100 kg Körpergewicht (KGW)
      • = 60 g pro Tag bei 600 kg KGW
    • Bei Mehrbedarf: 15 g pro 100 kg Körpergewicht (KGW)
      • = 90 g pro Tag bei 600 kg KGW
    • Wir empfehlen Magnometabol® auch für Pferde mit Stoffwechselproblemen wie z. B. EMS oder Cushing (PPID), PSSM 2 (ohne sportliche Belastung)
       
  • Option 3 (bei 24 h Weidegang): Magnostable® oder Magnometabol®
    • Täglich: 10 g pro 100 kg Körpergewicht (KGW)
      • = 60 g pro Tag bei 600 kg KGW
         

Sofern Sie mineralisierte Müslis verwenden achten Sie bitte darauf, dass sich Mineral- und Krippenfutter optimal ergänzen, damit es nicht zu unerwünschten Überversorgungen kommt.

Ein Richtwert hierzu: Auch mineralisierte Müslis sind in den meisten Fällen bis rd. 250 g je 100 kg Körpergewicht mit unserer Basismineralisierung problemlos kombinierbar (= 1,5 kg Müsli bei 600 kg Körpergewicht des Pferdes). Sprechen Sie uns bei Fragen gerne an.

Anmerkung: Unsere Beispielrationen bilden allgemeine Empfehlungen ab, ohne an dieser Stelle auf weitere Faktoren wie z. B. das Gewicht, das sportliche Leistungsniveau oder für den jeweiligen Einzelfall weitere wichtige Sachverhalte eingehen zu können. Diese berücksichtigen wir für Sie sehr gerne im Rahmen unserer individuellen Fütterungsberatung. Sprechen Sie uns einfach an und wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine für Ihr Pferd geeignete Fütterungsstrategie.

Kundenfeedback zu Magnostable®

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