Impfen des Pferdes

Virus Darstellung
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Prinzipiell wäre es mehr als nur begrüßenswert, wenn durch eine wirksame Impfung möglichst aller Pferde, die Ausbreitung bestimmter Krankheitserreger erfolgreich vermieden werden könnte und z.B. Husteninfektionen in absehbarer Zeit gar nicht mehr aufträten.

Impfen hilft

Wir haben Beispiele von Krankheitserregern, bei denen dies nach Einführung einer Pflichtimpfung wie gewünscht und erhofft funktioniert hat. So ist heute die Gefahr einer Pestepidemie, die vor einigen Jahrhunderten auch in Deutschland noch ganze Landstriche entvölkert hat, seit der Einführung der Pockenschutzimpfung im Jahre 1874 nicht mehr gegeben. Gegen eine wirksame Impfung kann insofern niemand allen Ernstes etwas einwenden und dennoch wird die Impfung immer wieder kontrovers diskutiert.

Zu Recht, denn ob eine Impfung im Sinne der erfolgreichen Eliminierung eines Krankheitserregers überhaupt wirksam ist, das hängt von der Voraussetzung etlicher Faktoren ab, die keineswegs immer und bei der Unterschiedlichkeit der Krankheitserreger in jedem Fall gegeben ist. Nehmen wir das Beispiel Tetanusimpfung, so werden ausreichend immunisierte Pferde diese Erkrankung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht bekommen, nehmen wir dagegen das Beispiel Influenza- oder auch Herpesinfektionen, so müssen wir umgekehrt sachlich feststellen, dass Herpesinfektionen leider durchaus auch in Stallungen ausbrachen, in denen angeblich alle Pferde des Bestandes geimpft waren und dass dieser Erkrankungsausbruch nicht nur die Krankheit nicht verhindern konnte, sondern dass die Erkrankung einen derart schlimmen Verlauf nahm, dass sogar einige Pferde des Bestandes die Erkrankung nicht überlebten.

Geimpfte Pferde haben in der Regel zwar einen leichteren Verlauf der Krankheit, dennoch heißt das im Klartext: die Impfung bedeutet keinen hundertprozentigen Schutz gegenüber einer aufgetretenen Infektion.

Wie funktioniert eine Impfung?

Zu unterscheiden ist hier zunächst die passive und die aktive Impfung, bzw. Immunisierung.

Bei der passiven Immunisierung werden Antikörper eines Organismus auf einen anderen übertragen. Klassisches Beispiel hierfür ist die Gabe von Tetanusserum z.B. bei Verletzungen junger Fohlen, die noch keine oder nur eine nicht belastbare (also noch nicht ausreichende) Tetanusimpfung (mit Tetanustoxoid) haben. Bei der passiven Impfung wird nicht das Immunsystem des Impflings dazu angeregt selbst Antikörper zu bilden, sondern es werden einem anderen Organismus fertig gebildete Antikörper entnommen, daraus ein Serum hergestellt und dem nicht geimpften Organismus gespritzt, um eventuell eintretende, oder bereits eingetretene Krankheitserreger durch die Gabe von bereits fertigen Antikörpern zu neutralisieren. Diese Maßnahme hält naturgemäß nicht lange (2 bis 3 Wochen), denn die körperfremden Antikörper werden wieder abgebaut, die Wirkung ist entsprechend innerhalb relativ kurzer Zeit nicht mehr vorhanden.

Anders sieht es bei der aktiven Immunisierung aus: hier wird einem gesunden Organismus eine bestimmte Menge an Krankheitserregern verabreicht, die vorher in ihren Eigenschaften so verändert wurden, dass sie zwar nicht mehr in der Lage sind, die Krankheit zum Ausbruch kommen zu lassen, wohl aber in der Lage sind, das Immunsystem des Impflings dazu anzuregen, selbst Antikörper zu bilden. Das Immunsystem lernt, dass der Krankheitserreger ein Eindringling ist, der bekämpft werden muss. Beim nächsten Kontakt mit dem Erreger ist es in der Lage, erneut passende Antikörper zu produzieren und das sehr schnell. "Prima", werden Sie sagen, "das hört sich ganz gut an, aber warum funktioniert es dann nicht, bzw. nicht immer, wieso kann es dann immer noch zum Krankheitsausbruch bei geimpften Tieren bzw. bei mir nach Grippeimpfung kommen?" Ganz einfach deshalb, weil die für die Ausbildung einer belastbaren Immunität nötigen Voraussetzungen in diesem Fall leider nicht gegeben waren.

Damit eine Impfung Sinn ergibt, muss:

  1. Der zur Impfung verwendete Impfstoff zur Ausbildung von ausreichenden Antikörpern gegen den Krankheitserreger geeignet sein.
  2. Das geimpfte Tier alt genug sein, um überhaupt Antikörper bilden zu können (deshalb müssen Fohlen erst ein bestimmtes Alter haben, bevor sie geimpft werden können).
  3. Das zu impfende Tier zum Zeitpunkt der Impfung gesund sein.
  4. Der Körper nach der Impfung ausreichend geschont werden (was beim Pferd nicht Boxenruhe bedeutet, aber durchaus Schonung!).
  5. Im Optimalfall sollte der gesamte Bestand geimpft sein. So können Infektionsketten unterbrochen und alle Pferde bestmöglich geschützt werden.

Der richtige Impfstoff

Das Prinzip klingt zunächst einfach: Man nehme Bruchstücke eines Erregers, einen toten Erreger oder eine ungefährliche Variante des Erregers und verabreiche sie einem Organismus, wodurch das Immunsystem lernt, den Eindringling zu erkennen. Leider ist es in der Praxis nicht ganz so einfach. Die Erreger versuchen natürlich das Immunsystem zu umgehen.

Nehmen wir das Beispiel Influenza: Influenza wird vom Influenzavirus ausgelöst, nur leider gibt es nicht nur ein lnfluenzavirus, sondern eine ganze Familie mit etlichen Familienmitgliedern, von denen jedes einzelne einem Pferd gefährlich werden kann. Salopp ausgedrückt: wenn gegen Influenzavirus "Tante Agathe" geimpft wird, kann das Pferd dennoch an deren "Tochter Isolde" erkranken. Darüber hinaus – und als ob das noch nicht genug wäre – verändern sich die Viren selbst auch noch im Laufe der Zeit. "Tante Agathe", um bei diesem Beispiel zu bleiben, färbt sich irgendwann plötzlich die Haare und sieht auf einmal ganz anders aus und insofern öffnet der gegen "Tante Agathe" eigentlich geimpfte Organismus dennoch die Tür.

Diese Entstehung "neuer" Influenzaviren ist dafür verantwortlich, dass eine Impfung gegen Pferdeinfluenza oder auch gegen die menschliche lnfluenza (Influenzaviren sind auch die Erreger der Grippewellen, gegen die der Mensch geimpft wird) möglicherweise nicht hilft.

Das Alter des Tieres

Fohlen erhalten nach der Geburt über das Kolostrum Antikörper der Mutter. Diese bieten in den ersten drei bis sechs Lebensmonaten einen Schutz gegen der Mutter bekannte Erkrankungen.

Wird in dieser Zeit dem Fohlen ein Impfstoff verabreicht, binden die übertragenen Antikörper der Mutter daran, und es kann sich keine Immunität aufbauen. Aus diesem Grund werden Fohlen erst ab dem sechsten Lebensmonat geimpft.

Die Gesundheit des Tieres

Kämpft das Immunsystem Ihres Pferdes zum Zeitpunkt der Impfung gegen eine Infektion oder eine starke Verwurmung, kann es sich nicht ausreichend auf die Impfung konzentrieren und bildet unter Umständen keine ausreichende Immunität gegen den geimpften Erreger. Die zusätzliche Belastung durch die Impfung kann außerdem zu schweren Verläufen von Infektionen führen. Aus diesem Grund sollten zu impfende Pferde einige Tage vor der Impfung genau beobachtet werden, ob sie einen "fitten" Eindruck machen, Nasenausfluss zeigen oder husten. Vor jeder Impfung ist sicherheitshalber über mindestens drei Tagen Fieber zu messen!

Auch Würmer werden durch das Immunsystem bekämpft. Allerdings entziehen sie dem Körper wichtige Nährstoffe. Besteht der Verdacht auf eine starke Verwurmung oder steht eh eine reguläre Wurmkur an, sollte diese zwei Wochen vor der Impfung verabreicht werden. Bei empfindlichen Tieren kann das Immunsystem mit der Gabe von Vitaminen oder Immunstimulantien unterstützt werden.

Schonung nach der Impfung

Der Körper benötigt Kraft zur Antikörperbildung. Nicht nur eine Stunde oder einen Tag, sondern mindestens drei bis eher fünf Tage sollte das Pferd sich in der Arbeit nicht anstrengen müssen. So kann der Körper eine ausreichende Immunität ausbilden, und das Risiko für Impfreaktionen sinkt. Aus diesem Grund ist auch direkt nach einem anstrengenden Training oder Turnier nicht der passende Zeitpunkt für eine Impfung.

Impfung des Bestandes

Um die Ausbreitung von Infektionen zu minimieren, ist es sinnvoll, alle Pferde eines Bestandes zu impfen. Nicht alle Impfungen schützen zu 100% vor einer Ansteckung. Beispielsweise können sich gegen Herpes geimpfte Pferde leider dennoch anstecken. Allerdings gibt es bei geimpften Pferden weit weniger tödlich verlaufende Infektionen. Außerdem scheiden sie weniger Erreger aus und sind somit weniger ansteckend. In einem geimpften Bestand ist also das Risiko für jedes einzelne Pferd an Herpes zu erkranken geringer.

Sicherheit von Impfstoffen

Impfung bedeutet immer eine Belastung für das Immunsystem und auch ein Risiko für Nebenwirkungen. Typische Nebenwirkungen einer Impfung sind Schwellung an der Injektionsstelle, Muskelsteifheit, leicht erhöhte Temperatur und verminderter Appetit. Es werden jedoch nur Impfstoffe zugelassen, deren Nutzen die Risiken übersteigen. Das Paul Ehrlich Institut überprüft jeden Impfstoff auf Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit. Infektionen mit Tetanus, Influenza, Herpes oder dem West Nil Virus sind nicht behandelbar. Die effektivste Möglichkeit, sein Pferd zu schützen, ist also eine Impfung.

Gegen was sollte mein Pferd geimpft sein?

Um bei dieser Frage eine Hilfestellung zu geben, gibt es die Leitlinie zur Impfung von Pferden von der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet). Diese besteht aus verschiedenen Experten, wie z.B. Professoren von Veterinärmedizinischen Hochschulen. Die Leitlinie teilt mögliche Impfungen in Core Impfungen und Non-Core Impfungen.

Core Impfungen sind Impfungen gegen lebensgefährliche Krankheiten, die durch die Impfung verhindert werden können oder zumindest positiv beeinflusst bzw. deren Ausbreitung eingedämmt werden kann. Vor diesen Krankheiten sollte jedes Pferd geschützt werden.

Non-Core Impfungen sind grundsätzlich nicht weniger wichtig, betreffen aber nur besonders gefährdete Pferde, die z.B. in einem Risikogebiet leben.

Core ImpfungenNon-Core Impfungen
TetanusDruse
Equine Influenza (EIV)Equine Rotavirus-Infektionen
Equine Herpesvirus (EHV)-Infektionen vom Typ 1 + 4Equine virale Arteritis
 Lyme-Borreliose
 Tollwut
 Dermatomykosen
 West-Nil-Virus-Infektionen

Stand: 01.02.2019

Auffrischungsimpfungen
Equines Herpes Virusalle 6 Monate
Equines Influenza Virusalle 6 Monate EIV
Tetanusalle 2 bis 3 Jahre

Impfregeln

  1. Stellen Sie sicherr, dass Ihr Pferd gesund ist (Körpertemperatur zwischen 37,5 °C und 38,2 °C, kein Nasenausfluss, kein Husten).
  2. Wenn Ihr Pferd verwurmt sein könnte, entwurmen Sie ca. 2 Wochen vor der Impfung.
  3. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über den bestmöglichen Impfstoff und die Impfintervalle.
  4. Impfen Sie Ihr Pferd nicht direkt nach einem Turnier oder anstrengendem Training. Erschöpfte Tiere sollten nicht geimpft werden.
  5. Gönnen Sie Ihrem Pferd nach einer Impfung einige Tage mit leichter Bewegung (zwei Tage Schritt, danach zwei Tage Bewegung, ohne dass das Pferd ins Schwitzen gerät).
  6. Kein Turnierstart vor dem 15. Tag nach der Impfung.
  7. Unterstützen Sie die das Immunsystem mit Vitaminen und Immunstimulantien.

Wie kann ich das Immunsystem meines Pferdes unterstützen?

Eine gesunde Ernährung moduliert das Immunsystem – nicht nur beim Menschen – sondern auch bei unseren Pferden. Interessant daran ist, dass durch die richtige Ernährung nicht nur ein schwaches Immunsystem aktiviert, sondern auch ein überschießendes Immunsystem, wie z.B. bei Allergien, reguliert werden kann. Tipps, viel Gemüse und Obst zu essen, kein Fastfood oder weniger zu Rauchen, ergeben beim Pferd allerdings nicht viel Sinn. Dennoch ist die optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, die beim Menschen über viel und abwechslungsreiches Gemüse und Obst gewährleistet werden soll, wichtig.

Da Linsen (viel Zink) oder Zitronen (viel Vitamin C) für Pferde kein geeignetes Futter darstellen, müssen Mängel in der Grundfütterung über ein Mineralfutter ausgeglichen werden. Für die Vitamine A, C, D, E sowie Zink und Selen ist ein immunmodulierender Effekt belegt. Besteht ein Mangel, kann das Immunsystem nicht ordnungsgemäß arbeiten. Betroffene Pferde können Erreger aus ihrer Umgebung nicht bekämpfen und sind sehr anfällig für Infekte.

Vitamine für das Immunsystem

Vitamin A

In der natürlichen Ernährung von Pferden findet sich kein Vitamin A, sondern nur seine Vorstufe Betakarotin. Dieses Provitamin wird in der Darmschleimhaut zu Vitamin A umgebaut. Alle grünen Pflanzen enthalten Betakarotin. Solange frisches Grün zur Verfügung steht, ist die Vitamin A Versorgung gesichert. In Grünfutterkonserven, wie z.B. Heu, nimmt der Betakarotingehalt durch die Lagerung allerdings schnell ab. Ohne Gras muss also Vitamin A oder ß-Carotin ergänzt werden.

Vitamin C

Anders als Menschen und Meerschweinchen können Pferde wahrscheinlich Vitamin C selbst synthetisieren. Bei Infekten oder Stress ist eine zusätzliche Gabe dennoch sinnvoll.

Vitamin E

In Grünfutter ist Vitamin E ausreichend enthalten. Bekommt ein Pferd aber nur wenig oder gar kein Gras zu fressen, wird Vitamin E knapp. Sobald das Gras geschnitten wird, verschwindet das Vitamin E, dann muss ergänzt werden. Außerdem konnte mit einer leicht bedarfsüberschreitenden Fütterung ein positiver Effekt auf das Immunsystem nachgewiesen werden.

Spurenelemente für eine starke Abwehr

Selen

Pferde benötigen etwa 0,3 mg bis 0,4 mg Selen je 100 kg Körpergewicht. Die Grenze zwischen bedarfsgerechter Versorgung und Intoxikation ist beim Selen allerdings gering. Ab 4 mg Selen je 100 kg Körpergewicht und Tag kann es zu chronischen Selenvergiftungen kommen. Da die Böden in Deutschland sehr selenarm sind, muss in der Regel mehr als die Hälfte des Selenbedarfs über die Zufütterung ergänzt werden.

Zink

Auch Zink ist im Grundfutter unserer Pferde in der Regel nicht ausreichend vorhanden. Pferde benötigen etwa 90 mg Zink je 100 kg Körpergewicht täglich. Abhängig von den Gehalten im Grundfutter muss etwa die Hälfte über eine entsprechende Ergänzung zugefügt werden. Um eine sichere Versorgung mit Zink durch ein Ergänzungsfuttermittel zu gewährleisten, abgesehen vom absoluten Gehalt, ist beim Zink tatsächlich die Bindungsform für die Aufnahme im Körper entscheidend. Zinkoxid z.B. wird bedeutend schlechter aufgenommen als Zinksulfat und Zinkchelat. Darüber hinaus ist das Verhältnis von Zink zu anderen Mineralstoffen, insbesondere Calcium, Kupfer, Mangan, Eisen und Selen zu beachten, da hohe Gehalte dieser Mineralien die Zinkaufnahme im Darm reduzieren.

Spezielle Immunstimulantien

ß-Glucane

ß-Glucane sind präbiotisch wirksame Bestandteile, die in Bakterien, Pilzen und Getreide vorkommen. Sie haben nachweislich einen stimulierenden Effekt auf Zellen der unspezifischen Immunabwehr und auf sogenannte "Fresszellen" (Makrophagen). Diese Zellen wehren Eindringlinge von außen erfolgreich ab. Die ß-Glucane wirken dabei gezielt modulatorisch, also nicht nur stimulierend, sondern auch einer überschießenden Immunantwort entgegen. In Studien konnte eine Hemmung des Tumorwachstums unter der Gabe von ß-Glucanen beobachtet werden. Auch beim Pferd konnten wir vielfach den positiven Effekt z.B. bei Sarkoiden durch unser ß-glucanreiches Futter Magnobios® beobachten. Auch die Gabe von Antibiotika nach Operationen konnte durch die zusätzliche Gabe von ß-Glucanen verringert werden, da ein angeregtes Immunsystem Infektionen effektiver bekämpfen konnte.

Mannanoligosaccharide (MOS)

Ebenfalls effektive Präbiotika, die aus der Hefezellwand gewonnen werden, sind die Mannanoligosaccharide. Sie stimulieren die Darmschleimhautzellen und modulieren die Morphologie der Darmschleimhaut (Kryptentiefe, Dicke). Außerdem blockieren sie nachweislich die Ansiedlung pathogener Keime und fördern die physiologische Darmflora. Da die molekulare Struktur der MOS (Phosphorylisierungsgrad) über den Grad der positiven Eigenschaften entscheidet, verwenden wir in Magnobios® ausschließlich einen speziell ausgewählten und in einem patentierten Verfahren aufbereiteten Hefestamm. Über die Nahrung steht der Darm in permanentem Kontakt zur Außenwelt, die Schleimhaut wird ständig mit neuen Fremdstoffen und Mikroorganismen konfrontiert. Eine gut funktionierende Darmschleimhaut hält das gesamte Immunsystem auf Trab, muss hier doch immer wieder neu entschieden werden, wer Freund und wer Feind ist. Kein Wunder also, dass die Darmgesundheit maßgeblichen Einfluss auf die Funktion des gesamten Immunsystems hat.

Lysin gegen Herpes?!

Lysin ist eine essentielle Aminosäure, das bedeutet, sie muss zwingend über die Nahrung aufgenommen werden. Inzwischen gibt es einige Studien, die die positive Wirkung einer Lysinsupplementierung bei Herpesinfektionen belegen. Hintergrund ist folgender: Herpesviren benötigen für ihre Vermehrung die Aminosäure Arginin. Lysin und Arginin konkurrieren um das gleiche Transportsystem im Körper. Liegt ein Überschuss an Lysin im Vergleich zu Arginin vor, baut das Herpesvirus Lysin statt Arginin ein, und es kommt zum Vermehrungsstopp.

Mit zusätzlichem Lysin können Sie also Ihr Pferd im Kampf gegen Herpesviren unterstützen. Diese Maßnahme eignet sich sowohl um erneute Herpesausbrüche bei einem infizierten Pferd zu vermindern als auch vorbeugend, wenn die Gefahr besteht, dass Ihr Pferd in Kontakt mit einem Herpesvirusträger kommt, beispielsweise auf einem Turnier. Ein optimal arbeitendes Immunsystem kann Herpesviren erfolgreich bekämpfen, sodass sich Ihr Pferd gar nicht erst ansteckt.

Zusammenfassend lässt sich sagen

  • Impfungen sind eine sinnvolle Maßnahme, um das eigene Pferd vor unheilbaren Krankheiten zu schützen und die Ausbreitung von Krankheiten zu vermindern.
  • Damit eine Impfung optimal wirkt, sollte das Immunsystem nicht durch Stress, Infektionen, Würmer oder körperliche Anstrengung überansprucht sein.
  • Eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Mineralien ist für die Funktion des Immunsystems unerlässlich.
  • Immunstimulantien, wie ß-Glucane und Mannanoligosaccharide, können das Immunsystem nachweislich modulieren.

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