Die Pferdelunge unterstützen

Pferdenüstern mit Tasthaaren
Stäube bestehen zwar nur aus kleinen Partikeln, aber gerade ihre Größe macht sie für das Pferd zu einem besonderen Risiko. Bild: C. Slawik

Fallbeispiel: Staubiges Heu und Husten

„Liebes IWEST-Team,
wir haben leider aktuell etwas staubiges Heu im Stall und meine Pferde husten ab und an, grade so beim ersten Antraben. Was können Sie mir empfehlen? 
Saskia S.“ 

Wie kommt es, dass Pferde husten?

Besonders in der Winter- bzw. Stallperiode reduzieren wir notgedrungen die Zeit unserer Pferde an der frischen Luft, reiten vermehrt in der Halle oder müssen statt einer Grasfütterung auf der Weide auf eine reine Heufütterung umstellen.

Die Schadgase der Stallluft (z. B. Ammoniak), der Staub in der Reithalle und insbesondere die staubgetragenen Keime im Heu belasten die Lunge. Nicht selten kommt hierdurch das System der Selbstreinigung, auch einer gesunden Pferdelunge, an seine Grenzen. Die Pferde beginnen beim ersten Antraben zu Husten.

Im nächsten Stadium hustet ein Pferd dann auch frei im Stall oder auf dem Paddock. Dies sollte die Unterstützung der Lunge auf den Plan rufen, denn ohne eine starke und gesunde Lunge wird dem Pferd der lebenswichtige Austausch von Gasen (Aufnahme von Luftsauerstoff, Abtransport von CO2 aus dem Körper) eingeschränkt. Schwäche, Infektanfälligkeit, Leistungsabfall bis hin zur Atemnot sind die Folge. Das anfängliche Abhusten kann sich zu einem chronischen Lungenproblem ausweiten. Mehr zum Thema Husten finden Sie hier.

Staubiges Heu

Um Gras für den Winter als Raufutter konservieren zu können, wird seit jeher Heu und Stroh geerntet. Es wird getrocknet und damit lagerfähig gemacht. Früher wurde es auf Reusen auf dem Feld getrocknet und anschließend im Heuschober lose oder in kleinen Ballen gelagert. Das locker liegende Heu oder die kleinvolumigen Ballen konnten leicht komplett abtrocknen, sodass die Keimvermehrung im Raufutter schnell zum Erliegen kam.

Diese Art der Herstellung von Heu hat sich in den letzten Jahrzehnten fundamental geändert. Heute wird das Heu auf dem Feld in großen Ballen gepresst, sei es in Rund- oder in Quaderballen von mehreren hundert Kilogramm Gewicht. Der Pressdruck bei den Großballen ist extrem hoch, so dass das Heu bereits sehr  trocken sein muss, um so stark verdichtet werden zu können.

Eine winzig kleine feuchte Stelle, etwas mehr Feuchtigkeit (über 15%), weil die Presse zu früh kam und der Tau noch nicht ganz verschwunden war, genügen bei der heutigen Technik, um den für die Gesundheit des Pferdes gefährlichen Mikroorganismen ein Eldorado für ihre Vermehrung zu bieten. Je dichter gepresst wird, desto größer das Problem. Um dem entgegenzuwirken, werden immer öfter künstliche (Nach-)Trocknungen unter Dach genutzt, um Heu möglichst keim- und staubarm zu gewinnen.

Dasselbe gilt für Stroh. Wird es sofort nach dem Dreschen gepresst, ist es oft nicht trocken genug, um Keimvermehrung und Staubbildung zu vermeiden. Es müsste – ähnlich wie Heu – auf dem Feld nachtrocknen können und erst am nächsten oder übernächsten Tag gepresst werden. Das bedeutet allerdings einen Mehraufwand und höhere Kosten.

Wie gewinnt man gutes Pferdeheu?

  • Mähen gut abgetrockneter Grünflächen, um Erdverunreinigungen möglichst zu minimieren. Mährwerk nicht zu tief einstellen, um ein Vermischen mit Erde zu vermeiden.
  • Häufiges Kreiseln des Mähgutes, mit zunehmender Trocknung immer langsamer fahren, um Bröckelverluste zu minimieren. Über Nacht Mähgut auf Schwaden legen, um Taueintrag zu minimieren.
  • Pressen erst bei einer Restfeuchte von unter 14 % (die meisten Pressen haben heute einen Feuchtigkeitsmesser). Beim Einlagern etwas Salz über die Ballen streuen, um eventuelle Restfeuchte sicher zu binden und nach außen zu leiten.
  • Ballen auf Paletten lagern, nicht direkt auf Betonboden oder an der Mauer, um gute Durchlüftung zu gewährleisten.

Staub im Raufutter zu reduzieren heißt im Wesentlichen: nur hygienisch einwandfreies, nicht staubiges Heu und Stroh verwenden.

Dies ist leichter gesagt als getan, denn die Wenigsten von uns haben über eigene Ernte Einfluss auf die Qualität, so dass die Meisten von uns darauf angewiesen sind, dass der bzw. die Stallbetreiber/-in selbst ein Interesse an qualitativ hochwertigem Heu hat. Sollte das nicht der Fall sein bleibt nichts anderes übrig als, im Interesse des Pferdes, das klärende Gespräch zu suchen und Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Bei staubigem Heu und Stroh können weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Staubbelastung zu reduzieren:

  • Heu 60  min bei >90 °C bedampfen
    • Beachten Sie bitte die damit verbundenen Verluste von Protein und Aminosäuren, 5-10 g pro 100 kg Körpergewicht Magnomino® ergänzen)
  • Alternativ: Heu 10 min wässern in frischem Wasser und innerhalb von 6 Stunden verfüttern. Auch hier Nährstoffverluste beachten und evtl. ergänzen
  • Heulage füttern
    • Beachten Sie die Qualität; frei von Schimmel, kurze Lagerstabilität nach Öffnen des Ballens, teils unter 24 h bei warmem Wetter
  • Heuanalyse auf Keime, welche die Lunge angreifen können, sog. Gesamtkeimzahl und Pilzkeimzahl

 

Wichtig zu beachten: Alle diese Maßnahmen machen aus einem muffigen oder gar schimmligen Heu kein gutes Heu mehr! Dieses gehört in jedem Fall entsorgt!

Tipps für die Pferdelunge

  • Viel frische Luft: Paddock, (Winter-)Weide, Ausreiten, Reiten auf dem Außenreitplatz
  • Täglicher Galopp: So wird die maximale Belüftung der Lunge erreicht, z. B. Galopp an der Longe, sofern das Pferd genug Kraft dazu hat und fieberfrei ist
  • Stall misten, wenn die Pferde draußen sind
  • Offenstallhaltung mit wettergeschützten Heuraufen
  • Inhalieren: Voraussetzung sind spezielle Inhalatoren/Vernebler und Inhalation geeignete Kochsalzlösungen; Alternative sind hygienisch saubere Solekammern;
  • Medikamente: in Absprache mit dem Tierarzt
  • Fieber messen und bei Fieber immer den Tierarzt rufen!
  • Impfstatus überprüfen (insb. Influenza, Herpes)

Fütterung für die Pferdelunge

Neben der Reduktion von Stäuben und einer staubarmen Haltung ist es weiterhin sinnvoll, die Lunge in Ihrer Funktion gezielt zu unterstützen sowie auf zellulärer Ebene vorhandene Entzündungsreaktion zu modulieren.

Mit Plantagines+C® genießt Ihr Pferd eine wertvolle Versorgung des Atmungsapparates mit sekundären Pflanzenstoffen von ausgewählten und naturbelassenen Kräutern, wie z. B. Thymian, Eibisch, Fenchel, Süßholzwurzel und Pfefferminze. Diese Kräuter der traditionellen Phytotherapie können dabei helfen vorhandenen Schleim zu lösen und die Selbstreinigungsfunktion der Lunge zu unterstützen.Darüber hinaus profitiert das Immunsystem Ihres Pferdes zusätzlich von einer ausgewogenen Vitaminversorgung und Antioxidantien. Natürlich getreidefrei.

Auf zellulärer Ebene können die wertvollen Omega-3-Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) aus Algenöl, die normale (physiologische) Entzündungsreaktion modulieren. Diesen essentiellen Fettsäuren wird eine potenziell entzündungshemmende Wirkung auch und gerade im Lungengewebe zugeschrieben (Nogradi et al.; 2015), was sie zu einer bedeutenden Ergänzung im Stallalltag machen kann.

Beispielration zur Unterstützung der Pferdelunge

Nachfolgende Beispielration empfehlen wir regelmäßig (zu einer bestehenden Ration), um die Selbstreinigungsfunktion der Lunge und das lokale Entzündungsgeschehen mit Hilfe der Fütterung zu unterstützen.

  • Rationsergänzung 1: Plantagines+C® ab dem ersten Atemwegssymptom
    • Grundsätzliche Empfehlung/ Dauergabe: 6 g pro 100 kg Körpergewicht (KGW)
      • = 36 g pro Tag bei 600 kg KGW
    • Zur gezielten Unterstützung / bei erhöhtem Bedarf: 17 g pro 100 kg KGW
      • = 102 g pro Tag bei 600 kg KGW
    • Fütterungshinweis: Unser Produkt können Sie einmal täglich verabreichen. Für eine kontinuierliche Zufuhr an sekundären Pflanzen- und Nährstoffen empfehlen wir, sofern möglich, die Tagesdosierung auf zwei Mahlzeiten zu verteilen.
    • Fütterungsdauer: Bitte nicht zu früh absetzen! Geben Sie Plantagines+C® nach Normalisierung der Lungengesundheit noch einige Tage weiter (z. B. als Dauergabe während der Stallhaltung)
    • Tipp: Plantagines+C® für die gesamte Stallperiode nutzen; unterstützen Sie auch im trockenen Spätsommer (staubige Koppeln, trockene Reitplätze) die Pferdelunge

 

  • Rationsergänzung 2: Unser iWEST®Algenöl zur sicheren Versorgung mit den potenziell entzündungsmodulierenden Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA
    • Empfehlung: 3,5-7,5 ml pro Tag bei 600 kg KGW

 

  • Mögliche Rationserweiterung: Kräuterelixier zur weiteren Unterstützung mit Atemwegskräutern (auch zuckerfrei erhältlich)
    • 2-mal je 25 ml pro Tag

 

Wichtiger Hinweis zum Einsatz von Plantagines+C®: Bitte beachten Sie, dass wir aus eigener Erfahrung und den Erfahrungen unserer Kundinnen und Kunden wissen, dass es zu Beginn der Produktgabe ggf. zu einem verstärkten Abhusten Ihres Pferdes kommen kann, das aber in der Regel zeitnah wieder verschwindet. Sprechen Sie uns bei Fragen hierzu gerne an.

Anmerkung: Unsere Beispielrationen bilden allgemeine Empfehlungen ab, ohne an dieser Stelle auf weitere Faktoren wie z. B. das Gewicht, das sportliche Leistungsniveau oder für den jeweiligen Einzelfall weitere wichtige Sachverhalte eingehen zu können. Diese berücksichtigen wir für Sie sehr gerne im Rahmen unserer individuellen Fütterungsberatung. Sprechen Sie uns einfach an und wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine für Ihr Pferd geeignete Fütterungsstrategie.

Kundenfeedback zu Plantagines+C®

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