Fütterung des Pferdes bei brüchigen Hufen und im Fellwechsel

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Fallbeispiel: Unterstützung der Hornqualität

„Guten Morgen, meine 29-jährige Stute hat zurzeit zum Teil recht brüchige Hufe. Gerade im Bereich der Nagellöcher brechen des Öfteren teils recht große Stücke Horn heraus. Barfuß gehen ist leider keine Option, da sie extrem fühlig ist. Könnte ich hier fütterungstechnisch unterstützen? Wenn ja, was würde Sinn machen?
Für eine kurze Antwort im Voraus herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
S. U.“

Woraus bestehen Huf und Fell?

Haare bestehen zu etwa 80 % aus Proteinen (Eiweiße), der Rest ist Wasser, Mineralien und Lipide (Fette), beim Hufhorn ist das Verhältnis ähnlich. Haar und Horn unterliegen beide dem sogenannten Keratinisierungsprozess, also der Verhornung von Epithelzellen.

Das dabei vorrangig vorhandene Strukturprotein Keratin besteht aus einer Kette verschiedener Aminosäuren, wobei Cystein und Methionin eine besonders bedeutende Rolle einnehmen. Fehlt es an diesen beiden schwefelhaltigen Aminosäuren, so können sich die sogenannten Disulfidbrücken zwischen den Keratinproteinen, verantwortlich für die Festigkeit des Hufhorns, nicht in ausreichendem Maße bilden. Disulfidbrücken sind Verbindungen zwischen zwei Schwefel-Atomen und gehören aus chemischer Sicht zu den stabilsten Verbindungen überhaupt, so dass eine entsprechende Vernetzung die Hornstabilität bestimmen.

Ein weiteres wichtiges Element von Haaren und Fell ist Zink, das für die Bildung von Keratin sowie die Zellteilung von Bedeutung ist und daher die Hautregeneration, die Haarneubildung und die Hornqualität wesentlich beeinflussen. Zink ist beispielsweise zu etwa 145 mg in einem Kilo Deckhaar enthalten und zu 155 mg in einem Kilo Horntrockenmasse, so dass für deren Regeneration (bzw. für den Wiederaufbau) die Nährstoffzufuhr gesichert sein muss.

Darüber hinaus trägt Biotin (auch bekannt als Vitamin H) ebenfalls zur Differenzierung der Hautzellen zu Hornzellen bei und ist essenzielles Vitamin bei der Bildung, dem Wachstum und der Zellteilung der obersten Hautschicht.

Fütterung bei brüchigen Hufen und/oder im Fellwechsel

Entscheidend für die Bildung und das Wachstum von Fell und Horn ist die Zufuhr an benötigten Nährstoffen, deren ausreichende Menge und biologische Verfügbarkeit:

Die Qualität von Horn und Fell ist maßgeblich von der Versorgung mit Protein und insbesondere den schwefelhaltigen Aminosäuren anhängig. Zu Zeiten des Fellwechsels ist in der Praxis oft eine vermehrte oder reine Heufütterung vorliegend. Ein proteinarmes und/oder sehr überständiges, grobes Heu bietet regelmäßig eine unzureichende Versorgung mit Aminosäuren. Auch enthält eine solche Heuqualität weniger verdauliche Rohfaser, aus der die Darmbakterien u. a. Biotin herstellen können.

Es ist aber grundsätzlich wissenschaftlich noch ungeklärt, ob die Synthese von Biotin für den Bedarf reicht bzw. ist diese bei Störungen der Darmflora (die bei vielen Pferden leider regelmäßig vorliegen) nicht gesichert. Bei einer Zulage von mindestens 5 mg Biotin je 100 kg Körpergewicht (KGW) konnte in Studien eine Steigerung des Hufwachstums von durchschnittlich 15 % nachgewiesen werden. Wichtig zu wissen ist, dass Biotin nur dann das Hornwachstum beschleunigt, solange es zugeführt wird.

Cystein ist eine wichtige schwefelhaltige Aminosäure im Hufhorn und kann durch mehrere Syntheseschritte aus Methionin gebildet werden. Durch die Zufuhr der beiden Aminosäuren können direkt die Bausteine geliefert werden, die unmittelbar für den Keratinisierungsprozess gebraucht werden.

Für starke Hufe, eine elastische Hornqualität und zur Unterstützung des Fellwechsels haben wir Magnotin® Spezial entwickelt. Mit 5 g pro 100 kg KGW führen Sie Ihrem Pferd 5 mg Biotin zu (die Dosierung für ein Pferd mit 600 kg KGW beträgt 30 g). Die für den Keratinisierungsprozess essenziellen und von uns eingesetzten Aminosäuren Cystein und Methionin sind in 100%ig dünndarmverdaulicher Form enthalten und somit für den Organismus hoch verfügbar.

Das in Magnotin® Spezial eingesetzte Zinkchelat ist eine hochwertige Quelle, die (bspw. im Vergleich zu Zinkoxid) sehr gut verfügbar ist. Unserem Magnotin® Spezialhaben wir bewusst kein Selen zugesetzt, so dass es ohne Probleme mit jeder Grundmineralisierung kombinierbar ist. Der Hintergrund ist, dass ein überhöhter Eintrag an Selen (als Gegenspieler zum Schwefel) die Keratinisierung stören und zum Verlust von Mähnen- und Schweifhaar sowie brüchigen Hufen führen kann. Neben Biotin, Cystein, Methionin und Zink zeichnet sich unser Magnotin® Spezial weiterhin durch eine Vitaminisierung aus.

Beispielration: Unterstützung der Hufqualität und -wachstum sowie des Fellwechsels

Nachfolgende Beispielration empfehlen wir regelmäßig, um die Basisversorgung des Pferdes mit allen wichtigen Nährstoffen sowie die Regeneration von Fell und Horn abzusichern. Ein entsprechendes Mineralfutter sollte die Mikronährstoffe, die für den Intermediärstoffwechsel benötigt werden, wie z. B. die Zufuhr an Selen in angepasster Menge zur Verfügung stellen.

  • Grundration:
    • Heu: Mindestens 1,7 kg (je nach Ernährungszustand und Futterverwertung) bis zu 2,4 kg pro 100 kg Körpergewicht (= 10,2 kg bis 14,4 kg pro Tag bei 600 kg KGW)
    • Kraftfutter: Je nach Arbeit und Heumenge 0–0,45 kg je 100 kg Körpergewicht (= max. 2,7 kg pro Tag bei 600 kg KGW bei mittlerer Arbeit, verteilt auf mehrere Mahlzeiten)
    • Mineralfutter: Zur bedarfsgerechten Versorgung mit Mineralien
       
  • Basisempfehlung: Magnotin® Spezial zur Verbesserung der Hornqualität und zur Unterstützung des Fellwechsels
    • 5 g pro 100 kg Körpergewicht
    • = 30 g bei 600 kg KGW pro Tag
    • Fütterungsdauer – Unterstützung der Hornqualität: Mindestens 3 Monate (besser 9-12 Monate); erste Besserungen in vielen Fällen nach ca. 4–6 Wochen
    • Fütterungsdauer – Unterstützung des Fellwechsels: ca. 6–8 Wochen

 

Anmerkung: Unsere Beispielrationen bilden allgemeine Empfehlungen ab, ohne an dieser Stelle weitere Faktoren wie z. B. das Gewicht, das sportliche Leistungsniveau oder für den jeweiligen Einzelfall wichtige Sachverhalte berücksichtigen zu können. Diese berücksichtigen wir gerne für Sie im Rahmen unserer individuellen Fütterungsberatung. Sprechen Sie uns an und wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine für Ihr Pferd geeignete Fütterungsstrategie.

Wichtiger Hinweis zur Rationsempfehlung:

Biotin kann einen nachhaltigen Beitrag nur leisten, wenn es den Zellen kontinuierlich zugeführt wird. Da stabiles Hufhorn von oben nach unten nachwächst (ca. 1 cm pro Monat) muss bei Hufhornproblematiken regelmäßig Geduld mitgebracht werden. Zu beachten ist weiterhin, dass die Hornqualität auch durch die Bearbeitung des Hufes, dem Untergrund und der Gesamtfütterung, aber auch dem Vorhandensein einer Grunderkrankung (z. B. IR, EMS, ECS) beeinflusst wird. Gerne stehen wir Ihnen zur Abstimmung der für Ihr Pferd fütterungsrelevanten Aspekte zur Verfügung.

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