Optimierung des Managements
Der Strahl kann seine Funktionen nur erfüllen, wenn er gesund ist, muss aber diese Funktionen auch erfüllen, um gesund erhalten zu werden. Eine entsprechende Hufzubereitung, Haltung und Untergründe können dies unterstützen.
So ist beispielsweise ein Gangbild mit einer leichten Trachtenlandung (die durch eine passende Hufbalance entsteht) wünschenswert, da der hintere Hufbereich der Stoßdämpfung dient. Einen wesentlichen Beitrag dazu wiederum liefert ein gesunder Strahl. Ist dieser Bereich schmerzhaft, z. B. durch Strahlfäule, kann es zu einer unphysiologischen Schonung des Trachtenbereiches kommen.
Nur ein belasteter, Gewicht tragender Strahl ermöglicht das effektive An- und Abspannen (Weiten) der Trachten sowie der Ballen, aber auch das Verwinden der Trachten und Ballen und kann somit seinen Anteil am Hufmechanismus übernehmen.
Ein weicher, "einsinkbarer" Boden bietet Unterstützung, da die Sohle einen Teil der Last mitträgt. Hier bieten sich beispielsweise ausreichend tiefe Schichten Rundkies oder Sand oder auch Gummimatten (aus z. B. Ethylen-Vinylacetat, sogenannte EVA-Matten oder Matten aus Gummigranulat) um Heuraufen oder auf Laufwegen an. Der gesamte Huf erfährt auf diesem Untergrund einen leichten Gegendruck. Der Strahl wird genutzt und damit zu Wachstum und Regeneration angeregt, aber durch die Verteilung des Gewichts auf den gesamten Huf nicht überlastet. Diese aktive Be- und Entlastung des Strahls hilft nicht nur bei der Strahlregeneration, sondern wirkt auch Zwanghufen entgegen, die wiederum zu Strahldegeneration führen könnten.
Die Regeneration des Strahls wird also, neben der Behandlung der Strahlfäule, auch durch die Hufbearbeitung und vermehrte Bewegung auf wechselnden Untergründen wesentlich unterstützt. Erst wenn die Strahlfäule völlig abgeklungen ist, wird der hintere Bereich des Hufes wieder uneingeschränkt funktional belastet.
Fütterung bei Strahlfäule
Mit Hilfe der Fütterung können Sie einen wertvollen Beitrag in Ihrem Behandlungsplan leisten. So führt eine Zulage von 30 mg Biotin pro Tag (für ein 600 kg schweres Pferd) zu einer Verbesserung der Hornqualität. Dazu sollte Biotin über einen längeren Zeitraum, in wissenschaftlichen Studien bis zu 9 Monaten Mindestfütterungsdauer, zugefüttert werden. Pferde mit schlechter Hufqualität sollten möglichst dauerhaft mit Biotin substituiert werden, da es nach einer Reduzierung bzw. dem Absetzen des Biotins zu einer erneuten Verschlechterung der Hufsituation kommen kann (Geyer & Schulze, 1994). Darüber hinaus verbessert Biotin das Hufwachstum (Reilly et al. 1998).
Die Zinkversorgung sollte gesichert sein, da nach Coenen und Spitzelei (1996) dieses Spurenelement hochkonzentriert im Hufhorn vorkommt. Der Zinkgehalt im Grundfutter ist oft nicht ausreichend, sodass sich in den meisten Fällen eine durchdachte Zinkergänzung empfiehlt. Hierbei sollte auf die Zinkverbindung in Hufprodukten geachtet werden. Zinkoxid ist schlecht verdaulich, daher werden Zink-Sulfate und Zink-Chelate aufgrund der besseren Absorption empfohlen (Vervuert, 2020).
Das wichtige Strukturprotein des Hornmaterials, Keratin, ist über Disulfidbrücken vernetzt. Disulfidbrücken gehören aus chemischer Sicht zu den stabilsten organischen Verbindungen, die zwischen zwei Schwefelatomen bestehen. Im vorliegenden Fall werden die schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein benötigt, wobei Cystein den deutlich größeren Anteil im Hufhorn ausmacht und für die Hornsteifigkeit verantwortlich ist. Diese schwefelhaltigen Aminosäuren geben übrigens dem Rauch, der beim Aufbrennen von Hufeisen entsteht, den typischen Schwefelgeruch. Cystein und Methionin gehören zu den essenziellen Aminosäuren, d. h. sie müssen über das Futter aufgenommen werden. Dabei kann ein Teil des Cysteins im Körper auch aus Methionin synthetisiert werden. Bei der Fütterung von Cystein konnte zum Teil eine Verbesserung der Hornqualität und eine stabilere Hornkapsel beobachtet werden.
Unser Magnotin® Spezial versorgt Ihr Pferd ergänzend zu Ihrem Mineralfutter mit den Nährstoffen (u. a. den Aminosäuren Methionin und Cystein, Vitaminen und Mineralien) für einen kraftvollen Huf. So werden das Hufwachstum und die Hornqualität optimal unterstützt.
Magnotin® Spezial empfehlen wir allen Pferde, die regelmäßig beschlagen werden oder Auffälligkeiten bei der Hornqualität erkennen lassen, z. B. bröckelndes Horn, dünne Sohle, Hornspalten, zu weiches Horn, Neigung zu Abszessen oder Strahlfäule und/oder sehr langsames Hufwachstum.