FAQ Grundlagen der Pferdefütterung

Die Vorteile des Hafers

Hafer bietet viele Vorteile gegenüber anderen Getreidekörnern. Infolge seines hohen Spelzenanteils und seiner Größe wird er gut gekaut. Damit wird Speichel produziert und die Magensäure gepuffert. Die enthaltenen Schleimstoffe tragen einen weiteren Teil zur Magengesundheit bei.

Auf Grund der Spelzen kommt es außerdem zu einer Auflockerung des Darminhalts und damit zu einer den Verdauungssäften zugänglicheren, vergrößerten Oberfläche.

Hafer verfügt im naturbelassenen Zustand über die höchste, praecaecale Stärkeverdaulichkeit während andere Getreidesorten erst thermisch vorbehandelt werden müssen.

Der Nährstoffgehalt und die Qualität des Hafers können variieren. Daher ist vor der Verfütterung eine gründliche, organoleptische Überprüfung notwendig.

Schwere Sorten mit einem Litergewicht von mehr als 500 g weisen einen höheren Energie- und einen geringeren Eiweißgehalt auf als leichte, weniger wertvolle Sorten mit einem Litergewicht von weniger als 450 g.

Litergewicht und Energiegehalt gehen allerdings nicht immer parallel einher.

Macht Hafer mein Pferd heiß?

Hafer steht leider bei den Pferdehaltern im Verdacht,  die Tiere „heiß“ zu machen. Interessanterweise ist es in Europa der Hafer, in den USA der Mais, in Australien die Weizenkleie und im Orient die Gerste.

Letztendlich ist es überall auf der Welt in Wirklichkeit ein Energie- bzw.Stärkeüberschuss, denn die Menge macht bekanntlich das Gift.

Wieviel Energie steckt in Hafer?

1 kg Hafer enthält (abhängig von der Qualität) im Mittel 11,5 MJ verdauliche Energie.

Wie viel Energie steckt in Heu?

Heu, in guter Qualität, in der Blüte geerntet: 7,5 – 8 MJ verdauliche Energie
Heu, weit nach der Blüte geerntet: 6,3 MJ verdauliche Energie

Wie viel Karotten und Äpfel kann ich meinem Pferd täglich füttern?

Das kommt sehr auf Ihr Pferd an. Ein 600 kg Pferd ohne Verdauungsprobleme kann Karotten bis zu 2 kg und Äpfel bis zu 500 g bekommen.

Braucht mein Pferd einen Salzleckstein?

Das Angebot von Natrium und Chlor im Grundfutter des Pferdes ist in der Regel zu niedrig um bei vermehrtem Schwitzen auftretende Verluste dieser beiden Elektrolyte bei der Schweißproduktion wieder auszugleichen. Daher muss die Versorgung mit Natrium und Chlorid zusätzlich ergänzt werden. Hierfür ist ein Salzstein am besten geeignet.

Bitte entscheiden Sie sich für einen reinen Salzleckstein ohne Mineralisierung und ein gesondertes Mineralfutter. Die Salzaufnahme ist dem Bedarf angepasst. Da sich aber mit steigendem oder sinkendem Salzbedarf der Mineralstoffbedarf nicht ändert, wird in der Regel selten die richtige Menge zur Deckung des Bedarfs aufgenommen.

Die eigenständige Salzaufnahme durch das Pferd sollte regelmäßig (ca. alle 2 Wochen) durch das Wiegen des Salzsteines kontrolliert werden. Auch sollte der Stein regelmäßig gesäubert und von Staub befreit werden.

Die generelle Beimischung von losem Salz in das Futter sollte vermieden werden, um die Regulationsmechanismen des körpereigenen Wasser- und Elektrolythaushaltes nicht negativ zu beeinflussen. Besondere Vorsicht ist auch bei feuerverzinkten Futtertrögen geboten, da Salz die Verzinkung löst.

Welches Öl soll ich meinem Pferd zufüttern?

Öl ist in der Pferdefütterung immer dann besonders interessant, wenn ein Pferd eine energiedichte Ration benötigt oder aus Gesundheitsgründen weniger oder gar keine Kohlenhydrate erhalten darf.

Das Verhältnis der aufgenommenen Omega-6 zu den Omega-3-Fettsäuren hat einen entscheidenden Einfluss auf das Immunsystem, Entzündungsvorgänge, Blutgerinnung, etc.

Entsprechend den natürlichen Bedürfnissen des Pferdes sollte die Ölzugabe primär in Form von Omega-3-Fettsäuren erfolgen.

Auf Grund seiner günstigen Fettsäurenverteilung ist kaltgepresstes Leinöl – eventuell angereichert mit an EPA (Eicosapentaensäure, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure) reichem Lachsöl - die erste Wahl, um dem Pferd ein gesundes Extra an Energie zu geben.

Magnopower liquid ist eine Kombination aus Leinöl, Weizenkeimöl und rotem Palmöl und zeichnet sich durch ein optimales Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren, einen hohen Gehalt an essentiellen Fettsäuren, natürlichem Vitamin E und Tocotrienolen, sowie einen angenehmen Geschmack aus.

Auf Grund der verdauungsphysiologischen Besonderheiten sollte pro Mahlzeit höchstens 80 ml Öl gefüttert werden, wobei eine Tagesdosis von 250 ml nicht überschritten werden sollte.

Mit unüberlegter Ölzugabe kann weitaus mehr Schaden als Nutzen angerichtet werden. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Rufen Sie uns an.

Warum ist ein Überangebot an Eiweiß wenig sinnvoll?

Eine übermäßige Aufnahme an Eiweiß sollte vermieden werden.

Zuviel aufgenommenes Eiweiß wird im Dünndarm in dessen Bestandteile, die Aminosäuren, gespalten.

Von diesen wird anschließend die Aminogruppe abgespalten, ein Prozess, bei dem Ammoniak entsteht.

Da Ammoniak bereits in geringster Konzentration ein starkes Zellgift ist, muss er möglichst schnell in den ungiftigen Harnstoff (durch Bindung eines Wasserstoffatoms) umgewandelt werden, um über die Niere als Urin ausgeschieden werden zu können.

Diese Entgiftungsaufgabe erfüllt die Leber aber nur unter hohem Energieverbrauch.

So werden dem Organismus Elektrolyte, Energie und wertvolles Wasser entzogen.

Die Weidezeit hat begonnen. Wie kann ich meinem Pferd die Umstellung erleichtern?

Während der Wintermonate haben sich die Dickdarmbakterien der Pferde auf das rohfaserreiche Heu eingestellt. Durch abrupte Umstellung auf das rohfaserärmere, dafür wasser- und eiweißreichere Weidegras, kann es zu Umschichtungen im Darmmilieu kommen. Durch die Umschichtung vermehren sich Darmmikroben einer bestimmten Art, während andere absterben. Dabei werden aus deren Zellwände Lipopolysaccharide frei. Diese sind starke Gifte und stehen in Zusammenhang mit Gas- und Krampfkoliken, Durchfall, Kotwasser, Hufrehe und sogar Ekzemerscheinungen.

 Dem kann jedoch vorgebeugt werden durch:

  • Heugabe vor dem Koppelgang bei ausreichend Zeit, keine Gabe von Krippenfutter vor dem Weidegang
  • Anweiden: Beginnend mit zehnminütigen Weidezeiten, langsames steigern auf stundenweisen Weidegang
  • Schrittweises verlängern der Weidezeiten über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen, bis ein ganztätiger Weidegang erfolgen kann
  • Kontrolle des Kots: bei dünner werdendem Kot, Geruchsauffälligkeiten, Auftreten von Kotwasser ist die Weidezeit sofort wieder zu verkürzen
  • Empfindlichen Pferden sollte als Vorsichtsmaßnahme Magnozym gefüttert werden

Kann man Magnostable / Magnolythe S100 auch zu Müsli füttern?

Prinzipiell ist der Nährstoffbedarf von Pferden mit leichter Arbeitslast durch die Gabe von Magnostable bei Heu/Haferfütterung gedeckt. Bei mehr Arbeit oder einem stoffwechselsensiblen Pferd ist die Kombination aus Magnolythe S100 Heu und Hafer optimal.

Kann jedoch auf die Gabe des Müslis nicht verzichtet werden, ist abzuklären, ob und in welcher Dosierung das Müsli Mineralstoffe und Vitamine enthält, um gefährlichen Überdosierungen vorzubeugen. Gegebenenfalls müssen die Dosierungen aufeinander abgestimmt werden. Ein Pferd sollte aus seiner gesamten Nahrung, ausgenommen Heu und Gras, nicht mehr als 1 mg Selen pro 100 kg Körpergewicht aufnehmen. Um das zu überprüfen addieren Sie bitte alle Selengehalte zusammen. Achtung: Auch Naturprodukte, wie z.B. Algen enthalten Selen, ohne dass es auf dem Etikett vermerkt werden muss. Im Internet gibt es Richtwerte für Spurenelemente in Naturstoffen.

Wir stehen Ihnen gerne mit unserem Fachwissen zur Verfügung. Rufen Sie uns an.

 

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