Fütterung für das Immunsystem

Grafik zum Immunsystem
Die richtige Fütterung kann das Immunsystem stärken. Bildquelle: AdobeStock

Fallbeispiel: Immunsystem

„Hallo liebes iWest-Team! Ich überlege, ob ich meinem Wallach etwas für das Immunsystem rein vorsorglich zufüttern sollte.  Er bekommt aktuell zu seinem Krippenfutter (getreidefreie unmineralisierte Pellets und Grünhafer) noch Magnolythe (schon seit mehreren Jahren, derzeit zwischen 65-70g pro Tag) und Magnomino (seit etwa 6-7 Monaten, derzeit 70g pro Tag). Er hat ausschließlich bedampftes Heu zur Verfügung, das aber 24/7 unbegrenzt und geht mit seiner kleinen Wallach-Herde jeden Tag, unabhängig von Wind und Wetter, raus. Gesundheitliche Beschwerden gibt es im Moment keine, Hufe gut, Fell glänzt, gute "Äppel-Konsistenz". Ist es unter diesen Bedingungen sinnvoll, über die schmuddelig-nasskalten Wintermonaten Magnolys (oder etwas anderes?) prophylaktisch für das Immunsystem zuzufüttern oder wäre das dann "zu viel des Guten"? Würde mich über eine kurze Rückmeldung per Mail freuen. Viele Grüße aus dem Saarland, Aletta R.“

Immunsystem stärken

Ob im Winter, während des Fellwechsels oder in Phasen erhöhter Belastung: Das Immunsystem des Pferdes wird im Alltag ständig gefordert. Die Grundlage für eine stabile Abwehr bilden eine artgerechte Haltung, ausreichend Bewegung, eine bedarfsgerechte Fütterung sowie die Behandlung bestehender Erkrankungen. Auch der normale Kontakt zu Keimen und Impfungen sind wichtig, um das Immunsystem zu trainieren. Mehr zum Thema Impfungen beim Pferd lesen Sie hier.

Zusätzliche Belastungen wie ein Stallwechsel, Transporte, An- und Abweiden, schwankende Heuqualitäten oder ein erhöhter Infektionsdruck innerhalb der Herde können das Immunsystem jedoch vorübergehend stärker beanspruchen. Manche Pferde wirken dann müde und weniger leistungsbereit oder werden anfälliger für gesundheitliche Probleme.

Um die körpereigene Abwehr zu unterstützen, kommt es vor allem auf ein ausgewogenes Gesamtkonzept an. Dazu gehören eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen, ein gutes Haltungs- und Hygienemanagement sowie ein sinnvoller Impfschutz.

Eine wahllose oder übermäßige Gabe von Ergänzungsfuttermitteln ist dagegen nicht zielführend, denn beim Immunsystem gilt nicht „viel hilft viel“, sondern: so viel wie nötig und so gezielt wie möglich.

...mit Hilfe der Fütterung

Eine gesunde Ernährung stärkt das Immunsystem – bei Menschen ebenso wie bei Pferden. Sie kann jedoch noch mehr: Ein schwaches Immunsystem lässt sich durch eine ausgewogene Ernährung unterstützen, ein überschießendes, etwa bei Allergien, gezielt regulieren.

Was für Menschen gilt – viel Obst und Gemüse, wenig Fast Food –, lässt sich allerdings nicht so einfach auf Pferde übertragen. Dennoch benötigen auch sie eine bedarfsgerechte Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen. Da zinkreiche Linsen oder Vitamin-C-reiche Zitronen nicht auf dem Speiseplan eines Pferdes stehen, müssen Versorgungslücken in der Grundfütterung durch ein geeignetes Mineralfutter geschlossen werden.

Für die Vitamine A, C, D und E sowie für Zink und Selen ist eine Wirkung auf das Immunsystem belegt. Fehlen diese Nährstoffe, kann die körpereigene Abwehr nicht mehr zuverlässig arbeiten – das Pferd wird anfälliger für Infektionen.

Der Mensch erhält auch im Winter frisches Obst und Gemüse, das für Pferde so wichtige frische Gras jedoch fehlt in dieser Jahreszeit und damit leider auch die für das Immunsystem so wichtige natürliche Versorgung mit Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren.

Die Basis einer ausgewogenen Fütterung bilden passende Mengen Raufutter wie Gras, Heu oder Heulage sowie ein bedarfsgerechtes, vitaminisiertes Mineralfutter. Abhängig von Leistung und Nährstoffgehalt des Raufutters können zusätzlich Kraft- oder Ergänzungsfuttermittel erforderlich sein. So lassen sich Nährstoffmängel ebenso wie Über- und Untergewicht vermeiden.

Doch Vorsicht: Viel hilft nicht viel. Eine übermäßige Gabe von Zink, Selen, Vitamin C oder anderen Nährstoffen stärkt das Immunsystem nicht automatisch – sie kann sogar schaden. Entscheidend ist nicht die höchstmögliche, sondern die passende Versorgung für den jeweiligen Bedarf.

Übersicht 1: Welche Nährstoffe (über ein Mineralfutter) sollten für das Immunsystem ergänzt werden?

  • Vitamin A / Beta Carotin: Bei einer Fütterung ohne Gras
  • Vitamin C: Bei Infekten, Stress und alten Pferden
  • Vitamin E: Bei einer Fütterung ohne Gras
  • Zink: (fast) immer
  • Selen: (fast) immer

Protein

Die bedarfsgerechte Proteinversorgung ist eine entscheidende Größe in der Rationsgestaltung, denn eine schlagkräftige Immunabwehr braucht ausreichend Baumaterial. Viele ihrer zentralen Bestandteile – darunter Antikörper, Botenstoffe, Enzyme und Rezeptoren – bestehen aus Proteinen. Auch für die Bildung und Vermehrung von Immunzellen benötigt der Organismus Aminosäuren.

Fehlen diese Bausteine, kann die Abwehr nicht mehr optimal reagieren; bei einem ausgeprägten Proteinmangel kann unter anderem so auch die Antikörperbildung abnehmen.

Gerade bei reiner Heufütterung lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die Versorgung. Die Heuernten der vergangenen Jahre wiesen teilweise niedrige Proteingehalte auf. Darüber hinaus kann das Bedampfen von Heu die Verfügbarkeit des enthaltenen Proteins und einzelner Aminosäuren deutlich vermindern. In einer Untersuchung sank die Menge des praecaecal verdaulichen Lysins um mehr als 50 Prozent. Ursache sind hitzebedingte Reaktionen (Maillard-Reaktion), durch die Aminosäuren gebunden werden und dem Pferd deshalb schlechter zur Verfügung stehen. Der Rohproteingehalt allein lässt diesen Qualitätsverlust nicht erkennen.

Abhängig von der Heuqualität, der Behandlung des Raufutters sowie dem Alter, dem Gesundheitszustand und der Leistung des Pferdes kann daher eine gezielte Ergänzung mit hochwertigem Protein beziehungsweise essenziellen Aminosäuren sinnvoll sein, z. B. mit Hilfe unseres Magnominos®. Warum? Nun, die Zellen des Immunsystems bestehen aus Proteinen (Aminosäuren) und fehlen diese in der Nahrung, kann das Immunsystem seiner Funktion aufgrund eines Mangels an Bausteinen immer weniger nachkommen.

Lysin gegen Herpes?!

Lysin ist eine essenzielle Aminosäure, das bedeutet, sie muss zwingend über die Nahrung aufgenommen werden. Inzwischen gibt es erste Studien, die die positive Wirkung einer Lysinsupplementierung bei Herpesinfektionen belegen.

Hintergrund ist folgender: Herpesviren benötigen für ihre Vermehrung die Aminosäure Arginin. Lysin und Arginin konkurrieren um das gleiche Transportsystem im Körper. Liegt ein Überschuss an Lysin im Vergleich zu Arginin vor, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Herpesvirus Lysin statt Arginin einbaut, und es kommt zum Vermehrungsstopp.

Vitamine

Ebenfalls wichtig sind Vitamine, als Schutz und zur Steuerung des Immunsystems. Vitamine „stärken“ das Immunsystem nicht pauschal. Sie ermöglichen vielmehr bestimmte Schutz- und Abwehrfunktionen. Eine Ergänzung ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Grundration den Bedarf nicht deckt oder wenn der Bedarf in besonderen Situationen erhöht ist.

So trägt Vitamin A zur Erhaltung intakter Haut und Schleimhäute bei. Diese bilden in Atemwegen, Verdauungstrakt und Augen die erste Barriere gegen Krankheitserreger. Darüber hinaus ist Vitamin A an der Entwicklung und Regulation verschiedener Immunzellen beteiligt. Eine Unterversorgung kann daher die natürlichen Schutzbarrieren schwächen und die Infektanfälligkeit erhöhen.

In der natürlichen Pferdenahrung kommt Vitamin A hauptsächlich in Form seiner Vorstufe Betakarotin vor. Dieses Provitamin wird in der Darmschleimhaut zu Vitamin A umgebaut. Alle grünen Pflanzen enthalten Betakarotin.

Solange frisches Grün zur Verfügung steht, ist die Vitamin A Versorgung gesichert. In Grünfutterkonserven, wie z. B. Heu, nimmt der Betakarotingehalt nach dem Schnitt und während der Lagerung allerdings schnell ab. Ohne ausreichend Gras und insbesondere bei Verfütterung älterem oder qualitativ minderem Heu kann eine Ergänzung mit Vitamin A und/oder Betakarotin erforderlich werden.

Vitamin C ist ein weiteres wichtiges Vitamin, denn es wirkt als wasserlösliches Antioxidans. Es hilft, reaktive Sauerstoffverbindungen abzufangen, die bei Entzündungen, Infektionen, intensiver Belastung oder Stress vermehrt entstehen können. Außerdem ist es an verschiedenen Funktionen der angeborenen und erworbenen Immunabwehr beteiligt.

Anders als Menschen und Meerschweinchen können gesunde Pferde jedoch Vitamin C normalerweise selbst in der Leber bilden. Eine Ergänzung ist deshalb in der Regel nicht erforderlich. Bei länger andauernden Erkrankungen, ausgeprägtem Stress, intensivem Training, langen Transporten oder bei alten Pferden kann die körpereigene Versorgung jedoch möglicherweise an ihre Grenzen kommen und von einer Supplementation profitieren, wobei Vitamin C kein Ersatz für die Behandlung einer Infektion ist.

Vitamin E ist eines der wichtigsten fettlöslichen Antioxidantien. Es schützt die Membranen von Muskel-, Nerven- und Immunzellen vor oxidativen Schäden. Gerade während einer Immunreaktion entstehen vermehrt aggressive bzw. reaktive Sauerstoffverbindungen. Vitamin E hilft dabei, diese Reaktion zu begrenzen, ohne die notwendige Abwehrfunktion auszubremsen. Eine Unterversorgung kann sowohl die Muskelgesundheit als auch die Funktion des Immunsystems beeinträchtigen.

Frisches Weidegras ist eine ausgezeichnete und die wichtigste Vitamin-E-Quelle im Alltag unserer Pferde. Im Heu wiederum sind die Gehalte deutlich reduziert. Nach dem Schnitt nimmt der Gehalt durch Trocknung und Lagerung relativ schlagartig um rund die Hälfte und über die Monate noch weiter kontinuierlich ab, so dass spätestens im Dezember die Vitamin-E-Versorgung über das Heu eher marginal ist. Pferde ohne oder mit nur wenig Weidegang, Sportpferde, sowie Tiere mit erhöhtem oxidativem Stress tragen daher ein höheres Risiko für eine unzureichende Versorgung.

Bei all diesen Pferden empfiehlt sich deshalb eine entsprechende Ergänzung, z. B. mit unserem Magno-E, das natürliches Vitamin E – nach dem Vorbild von frischem Gras – enthält.

Selen und Zink

Spurenelemente werden nur in sehr kleinen Mengen benötigt. Ihre Bedeutung ist dennoch enorm: Sie sind Bestandteile zahlreicher Enzyme und ermöglichen unter anderem die Zellteilung, den antioxidativen Schutz, die Wundheilung und die Kommunikation zwischen Immunzellen.

Entscheidend ist jedoch nicht nur die Menge eines einzelnen Spurenelements, sondern das ausgewogene Verhältnis aller Mineralstoffe zueinander. Denn sowohl Mängel als auch Überschüsse können die Immunabwehr beeinträchtigen.

Selen ist Bestandteil antioxidativ wirkender Enzyme, insbesondere der Glutathionperoxidasen. Gemeinsam mit Vitamin E schützt es Zellmembranen vor oxidativen Schäden. Dieser Schutz ist für Muskel- und Immunzellen besonders wichtig, weil bei Belastungen und Entzündungsreaktionen viele reaktive Sauerstoffverbindungen entstehen.

Pferde benötigen etwa 0,3–0,4 mg Selen je 100 kg Körpergewicht. Die Grenze zwischen bedarfsgerechter Versorgung und Intoxikation ist beim Selen allerdings gering. Ab 4 mg Selen je 100 kg Körpergewicht und Tag kann es zu chronischen Selenvergiftungen kommen. Da die Böden in Deutschland sehr häufig selenarm sind, muss in der Regel mehr als die Hälfte des Selenbedarfs über die Zufütterung ergänzt werden. Aber Vorsicht: Insbesondere Selen ist schnell überdosiert! Mehrere selenhaltige Ergänzungsfuttermittel dürfen daher keinesfalls unkontrolliert miteinander kombiniert werden.

Zink ist an sehr vielen Enzym- und Stoffwechselprozessen beteiligt. Es wird für die Zellteilung, die Bildung von Proteinen sowie für die Entwicklung und Aktivität verschiedener Immunzellen benötigt. Gleichzeitig trägt es zur Stabilität von Haut und Schleimhäuten bei. Damit unterstützt Zink sowohl die äußere Barriere gegen Krankheitserreger als auch die Immunreaktion im Körper. Auch für die Wundheilung, die Hautgesundheit und die Bildung von Horn ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Zink unverzichtbar.

Auch Zink ist im Grundfutter unserer Pferde in der Regel nicht ausreichend vorhanden. Pferde benötigen etwa 90 mg Zink je 100 kg Körpergewicht täglich.

Abhängig von den Gehalten im Grundfutter muss etwa die Hälfte über eine entsprechende Ergänzung zugefügt werden. Um eine sichere Versorgung mit Zink durch ein Ergänzungsfuttermittel zu gewährleisten, abgesehen vom absoluten Gehalt, ist beim Zink tatsächlich die Bindungsform für die Aufnahme im Körper entscheidend. Bestimmte organische Zinkverbindungen und Zinksulfat gelten im Allgemeinen als besser verfügbar als Zinkoxid.

Darüber hinaus ist das Verhältnis von Zink zu anderen Mineralstoffen, insbesondere Calcium, Kupfer, Mangan, Eisen und Selen zu beachten, da hohe Gehalte dieser Mineralien die Zinkaufnahme im Darm reduzieren.

Zu viel Zink umgekehrt wirkt sich negativ auf die Kupferversorgung und das Darmmikrobiom aus (Paßlack et al. 2021). Zudem konnten bei hohen Zinkgaben auch negative Effekte auf das Immunsystem beobachtet werden (Bömmel-Wegmann et al. 2022).

Präbiotika

Präbiotika sind unverdauliche beziehungsweise nur schwer verdauliche Futterbestandteile, die aber von bestimmten Mikroorganismen im Darm genutzt werden und dadurch die Zusammensetzung oder Aktivität des Darmmikrobioms günstig beeinflussen können. Da Darmmikrobiom, Darmschleimhaut und Immunsystem eng miteinander verbunden sind, können präbiotische Substanzen zugleich die Darmgesundheit und körpereigene Abwehr unterstützen.

Zu den in der Tierernährung eingesetzten funktionellen Bestandteilen gehören unter anderem β-Glucane und Mannan-Oligosaccharide (MOS). Ihre Eigenschaften hängen allerdings stark von Herkunft, Struktur, Reinheit und Dosierung ab.

Während bestimmte β-Glucane vor allem immunmodulierend wirken, werden MOS insbesondere mit der Unterstützung der Darmbarriere und der Bindung unerwünschter Mikroorganismen in Verbindung gebracht.

β-Glucane sind natürliche Polysaccharide, die unter anderem in den Zellwänden von Hefen und Pilzen sowie in Getreidearten wie Hafer und Gerste vorkommen. Dabei handelt es sich nicht um eine einheitliche Stoffgruppe: Getreide-β-Glucane unterscheiden sich strukturell und funktionell von den β-1,3/1,6-Glucanen aus Hefezellwänden.

Insbesondere β-Glucane aus Hefe können von Rezeptoren des angeborenen Immunsystems erkannt werden. Dadurch beeinflussen sie unter anderem die Aktivität von Makrophagen (Fresszellen), neutrophilen Granulozyten und weiteren Immunzellen. Ihre Wirkung lässt sich am besten als immunmodulierend beschreiben: Sie können die Reaktionsbereitschaft der unspezifischen Abwehr beeinflussen. Die ß-Glucane wirken dabei gezielt modulatorisch, also nicht nur stimulierend, sondern auch einer überschießenden Immunantwort entgegen.

Zahlreiche Untersuchungen an Menschen, Nagetieren und Nutztieren liefern Hinweise auf eine veränderte Immunantwort und eine verbesserte Abwehr bestimmter Infektionen.

In einer kleinen Studie mit acht Pferden veränderte eine 30-tägige β-Glucan-Supplementierung verschiedene Entzündungs- und Immunparameter nach einer experimentellen Endotoxinbelastung. Die Ergebnisse sprechen für ein immunmodulierendes Potenzial (Lacerenza et al. 2024).

Auch die Gabe von Antibiotika nach Operationen konnte durch die zusätzliche Gabe von ß-Glucanen verringert werden, da ein angeregtes Immunsystem Infektionen vermutlich effektiver bekämpfen konnte.

β-Glucan-reiche Ergänzungsfuttermittel wie unser Magnobios® können daher zur ernährungsphysiologischen Unterstützung der Immunfunktion eingesetzt werden.

Mannan-Oligosaccharide (MOS) sind ebenfalls Präbiotika, die aus der Wand von Hefezellen gewonnen werden. Anders als klassische Präbiotika wirken sie vermutlich nicht ausschließlich über eine selektive Förderung erwünschter Darmbakterien. Diskutiert werden außerdem direkte Effekte auf die Darmbarriere und das mukosale Immunsystem.

MOS können an bestimmte Oberflächenstrukturen mancher Bakterien binden. Dadurch kann deren Anheftung an die Darmschleimhaut erschwert und ihre Ausscheidung über den Kot begünstigt werden.

Dieser Mechanismus betrifft jedoch nur entsprechend ausgestattete Bakterien (pathogene Keime) und ist nicht mit einer allgemeinen antibakteriellen Wirkung gleichzusetzen. So führte der Einsatz von MOS bei Fohlen in vielen Fällen zu weniger Durchfall und bei Stuten im Blut und Kolostrum zu höheren Antikörperwerten (Ott 2005). MOS haben sich daher bei verschiedenen Tierarten als effektive Lösung für eine antibiotikafreie Ernährung erwiesen und können das Immunsystem und die Verdauung unterstützen (Spring et al. 2015). In Untersuchungen an verschiedenen Nutztierarten wurden zudem Veränderungen der Zotten- und Kryptenstruktur, der lokalen Immunantwort und einzelner Entzündungsparameter beschrieben.

MOS können somit ein sinnvoller Bestandteil eines umfassenden Fütterungskonzeptes zur Unterstützung von Darmmilieu, Darmbarriere und Immunfunktion sein. Die Wirkung hängt jedoch vom für die Herstellung des Produktes verwendeten Hefestamm ab.

In unserem Magnobios® wie auch Magnolys®  verwenden wir ausschließlich speziell gezüchtete und vermehrte, unterschiedliche und synergistisch wirkende Hefestämme die sich durch ihre Aufkonzentration und den Phosphorylisierungsgrad deutlich von den üblichen, aus Nebenprodukten der Brauerei gewonnenen, Hefen unterscheiden. Denn neben der Blockade pathogener Keime, einer Stimulation des Immunsystems ist uns die Modulaton der Darmflora und die Verbesserung der Darmbarriere ein besonderes Anliegen.

Balance statt Megadosen

Eine starke Immunabwehr entsteht nicht durch möglichst viele Ergänzungsfuttermittel. Entscheidend ist eine ausgewogene, zum Pferd passende Gesamtration. Raufutteranalyse und Rationsberechnung helfen dabei, tatsächliche Versorgungslücken zu erkennen und sowohl Mängel als auch potenziell schädliche Überdosierungen zu vermeiden.

Wichtig mitzunehmen ist: Proteine und Aminosäuren liefern die Baustoffe für Immunzellen und Antikörper. Vitamin A schützt die Schleimhäute, Vitamin C unterstützt den antioxidativen Schutz und aufgenommenes Vitamin E bewahrt empfindliche Zellmembranen vor Schäden. Selen ergänzt diesen antioxidativen Schutz, während Zink unter anderem für Zellteilung, Barrierefunktion und Wundheilung benötigt wird.

Unsere Mineralfutter Magnolythe® S100, Magnomyoforte®, Magnostable®, Magnostar® und Magnometabol® ergänzen jeweils eine pferdegerechte Grundfütterung mit Vitaminen und Mineralien und bedienen bei empfohlener Dosierung die grundlegenden Bedürfnisse des Immunsystems an Nährstoffe ohne Gefahr einer schädlichen Überdosierung.

Mit Blick auf den Wunsch nach einer Modulation des Immunsystems im Sinne einer aktivierten Bereitschaft können bestimmte Präbiotika, wie in unserem Magnobios® und Magnolys® enthalten, einen wertvollen Beitrag in der Gesamtration leisten.

Beispielration für das Immunsystem

Nachfolgende Ergänzungsvorschläge zu Ihrer bestehenden Ration können einen Beitrag leisten, um das Immunsystem Ihres Pferdes zu unterstützen. Bitte beachten Sie, dass die nachfolgenden Produktempfehlungen keine Mineralfutter sind.

Um den täglichen Bedarf für das Immunsystem an Mineralien und Vitaminen zu decken, empfehlen wir Ihnen – je nach individueller Schwerpunktsetzung – Magnolythe® S100, Magnomyoforte®, Magnostable® oder Magnometabol®. Sprechen Sie uns bei Fragen zu den Unterschieden gerne an.

 

  • Rationsoption 1: Magnobios® zur Immunmodulation und zur Unterstützung des Darmmikrobioms
    • Anfütterung (2 Wochen) / Intensivkur, z. B. bei Hautpilz oder bei Sarkoiden
    • 14 g je 100 kg Körpergewicht (KGW)
      • = 84 g pro Tag bei 600 kg KGW
    • Dauergabe (nach Anfütterung) z. B. im Fellwechsel:
    • 7 g je 100 kg Körpergewicht (KGW)
      • = 42 g pro Tag bei 600 kg KGW
    • Fütterungsdauer: Wir empfehlen (in beiden Fällen) eine mindestens 8-wöchige Gabe
  •  Rationsoption 2: Magnolys® zur Unterstützung bei verstärktem Infektionsdruck, z. B. Herpesinfektionen, oder bei Infektanfälligkeit
    • Täglich: 14 g je 100 kg Körpergewicht (KGW) 
      • = 84 g pro Tag bei 600 kg KGW
  •  Rationsoption 3: Magno-E zum effektiven Schutz der Zellmembran vor freien Radikalen und zur Unterstützung des Immunsystems
    • Täglich 3–5 g bei 600 kg Körpergewicht (KGW)
    • Bei Mehrbedarf 6-15 g pro Tag bei 600 kg KGW

 

Anmerkung: Unsere Beispielrationen bilden allgemeine Empfehlungen ab, ohne an dieser Stelle auf weitere Faktoren wie z. B. das Gewicht, das sportliche Leistungsniveau oder für den jeweiligen Einzelfall weitere wichtige Sachverhalte eingehen zu können. Diese berücksichtigen wir für Sie sehr gerne im Rahmen unserer individuellen Fütterungsberatung. Sprechen Sie uns einfach an und wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine für Ihr Pferd geeignete Fütterungsstrategie.

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Gesunder Darm, starke Abwehr, gesundes Pferd
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Zum Ausgleich von essentiellen Omega-3-Fettsäuren

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