Fesselträgerschaden beim Pferd

Die Interaktion des Hufes mit dem Untergrund hat direkten Einfluss auf die Gesundheit des Hufes wie auch der gesamten (distalen) Gliedmaße. Bildquelle: C. Slawik

Fallbeispiel: Fesselträgerschaden

„Hallöchin, Ich habe mal eine Frage. Mein Pferd hatte vor 1 jahr ein Fesselträgerschaden und habe ihn in dieser Zeit mit der Bemer Decke + Gamaschen unterstützt. Nun möchte ich ihm, bevor es mit dem langsamen antrainieren los geht, mit Futter unterstützen. Ich habe gelesen, dass das Magnokollagen toll dafür unterstützend wirkt. Kann man das noch kombinieren, was ebenfalls gut für den Bänder-/Sehnenapparat funktioniert ? Beste Grüße l.“

Stütz- und Hangbeinphase

Der Bewegungszyklus einer Gliedmaße besteht aus zwei Phasen, der Stützbein- und der Hangbeinphase, die jeweils unterschiedliche Funktionen haben.

In der Stützbeinphase hat die Extremität Kontakt zum Boden und unterstützt den Körper, in der Hangbeinphase nicht (mehr). Die Stützbeinphase wird unterteilt in die Phasen des Auffußens, der vollen Stütze und des Abwickelns.

Zur Hangbeinphase gehört der Moment des Abfußens, also die sogenannte Abstoßphase, und die Schwungphase. In der Hangbeinphase kann die Energie genutzt werden, die in der Stützbeinphase elastisch gespeichert wird. Soweit so gut, aber wie funktioniert das?

In der Schwungphase nutzt das Pferd die Abstoßenergie beim Abfußen für die Vorwärtsbewegung. Durch das leichte Gewicht der Hufkapsel wird keine unnötige Kraft verbraucht und das Fluchttier Pferd verliert kaum Energie.

Kurz vor dem Aufsetzen streckt sich die Gliedmaße voll durch und die stoßdämpfenden Anteile des Hufes (Strahl, Strahlpolster, Hufknorpel und Ballenpolster) sowie der Gelenke (insb. Fesselgelenk) kommen zum Einsatz.

Hier hat insbesondere das Fesselgelenk eine „tragende Rolle“. Dessen Bandapparat ermöglicht eine federnde Hyperextension (Überstreckung), welche den Aufprall zum Teil abfängt, so dass die Wucht weder ungemindert an die Zehe, noch nach oben, an die proximalen Anteile der Gliedmaße (d. h. oberhalb von Karpal- und Sprunggelenk), abgegeben werden. Durch die Überstreckung des Fessel- und Zehengelenks beim Durchtreten des Fesselkopfes werden die Beugesehnen maximal gespannt, wodurch Energie gespeichert wird.

Der Fesseltrageapparat

Der Fesseltrageapparat (Fesselträger und Gleichbeinbänder) unterstützt dabei das Fesselgelenk: er stabilisiert es in seiner physiologischen Hyperextensionsstellung und limitiert das Durchfedern, um eine zu starke Überstreckung zu vermeiden.

Unterstützt wird dies durch das Fesselringband, die vierzipfelige Fesselplatte und die Sohlenbinde, der sogenannten tiefen Zehenfaszie, die, dem Gewebe entsprechend, auch Energie speichern und abgeben kann.

Diese Energie wird beim Aufrichten des Fesselkopfes während des „Abwickelns“ durch den sogenannten Recoil-(Rückstoß-)Effekt (Gegenbewegung zur initialen Krafteinwirkung) wieder freigegeben, so dass das Bein gebeugt wird, ohne dabei viel Muskelkraft zu benötigen.

Dies ist durch die mechanischen Eigenschaften der Sehne möglich, die eine Verformung (Dehnung) ermöglicht, die sich aber auch schnell wieder in die Ausgangslage zurückstellen kann. Die Dehnungsfähigkeit von Sehnen ist allerdings der von Muskeln deutlich unterlegen.

Die Muskeln unterstützen die Sehnen durch aktive Längenanpassung und ermöglichen diesen dadurch optimale Arbeitsbedingungen. Außerdem dämpfen sie, mittels kleiner Kontraktionen, zu hohe Schwingungen der Sehnen ab. Die Muskel-Sehnen-Einheiten fungieren somit als Stoßdämpfer und Sprungfedern.

Gefahr Fesselträgerverletzung

Nachdem der Fesseltrageapparat das vermehrte Durchfesseln verhindert, wird er besonders dann beansprucht, wenn dieser vermehrt gefordert ist, wie beispielsweise beim Landen nach dem Sprung, der Einbeinstütze im Galopp, der Piaffe und Passage oder in tiefem Boden.

Grundsätzlich ist der Fesselträger  in der Lage, diese Aufgabe zu erfüllen- wichtig ist aber ein entsprechendes und zeitlich richtig dimensioniertes Training, so dass die vorhandenen Strukturen kontinuierlich entwickelt, aber nicht überlastet werden.

Insbesondere Sehnen und Bänder benötigen ausreichend Zeit (mehr als ein Jahr), um sich einer steigenden Belastung anzupassen. Dazu gehören aber auch weitere Strukturen, wie beispielsweise der Rumpftrageapparat, der ausreichend trainiert sein muss, da sonst die Federung fehlt und das Fesselgelenk die gesamte Bewegung abfangen muss.

Darüber hinaus hat die Art und Weise, wie eine Übung geritten wird, Einfluss: Werden die Pferde beispielsweise durch die (Hand-) Einwirkung länger in der Stützbeinphase beispielsweise der Passage „gehalten“, anstatt die Rückfederung im Abfußen gleichermaßen zuzulassen, sinkt der Fesselkopf oft besonders stark.

Darüber hinaus gibt es auch Prädisposition für Fesselträgerschäden beim Pferd im Gebäude, wie z. B. eine steile Winkelung des Sprunggelenkes oder eine sehr „weiche“ Fesselung.

Fesselträgerschäden sind für Pferde nicht nur unangenehm bzw. schmerzhaft, sondern oftmals auch rezidivierend, so dass das Management, das Training und auch die Fütterung Risiken für den Fesseltrageapparat stets in den Blick nehmen müssen.

Wichtig ist weiterhin die Hufbalance für den Fesseltrageapparat, da die Hufstellung die Spannung der Sehnen beeinflusst. Bearbeitungsmängel oder Prädispositionen der Hufe können somit den Fesseltrageapparat unnötig belasten und Risiken darstellen.

Fütterung beim Fesselträgerschaden

Die Grundsubstanz des gesamten Binde- und Stützgewebes (Sehnen, Bänder, Knorpel, Knochen) besteht aus Kollagenfibrillen. Sie sorgen für Zugfestigkeit (Sehnen, Bänder, Bindegewebe) und Elastizität (Knorpel).

Außerdem lagern sich an diese Kollagenfibrillen Zuckereiweiße (Proteoglykane) an, die teilweise aus Glykosaminoglykanen – wie Hyaluronsäure, Chondroitin, Glucosamin – bestehen. Diese Stoffe haben gemein, dass sie sehr gut Wasser binden. Das macht sie zu idealen Schmierstoffen und sorgt ebenfalls für Druckfestigkeit, Stoßdämpfung und für die Elastizität von Geweben.

Das von uns in diesem Fall empfohlene Magnokollagen® liefert bioaktive Kollagenpeptide, die sowohl in Kollagenfibrillen verbaut werden, als auch die Bildung des Proteoglykans Aggrekan (Hauptproteoglykan im Knorpel) anregen können.

Magnobuild® Spezial stellt ergänzend zu Magnokollagen® Glycosaminoglykane als Bausteine zur Verfügung, um die Beweglichkeit und die Stabilität des Binde- und Stützgewebes zu adressieren. Die enthaltene Grünlippmuschel ist besonders reich an Glucosamin und Chondroitin. Gleichzeitig können das Muschelöl und die enthaltenen Kräuter potenziell beruhigend auf gereiztes Gewebe wirken.

In Kombination verfolgt Magnokollagen® das Ziel den Aufbau und die Regeneration der grundlegenden kollagenen Strukturen zu unterstützen, so dass sich die Nährstoffe aus Magnobuild® Spezial gut daran anlagern können.

Zur weiteren Unterstützung im Falle von normalphysiologischen entzündlichen Prozessen des Bindegewebes empfehlen wir unser Magnoflexal® - unsere natürliche Feuerwehr für Gelenke, Sehnen und Bänder. Es zeichnet sich durch die vitalstoffreiche Grünlippmuschel und eine Ölmischung aus, die reich an mehrfach ungesättigten und potenziell entzündungshemmenden Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ist.

Omega-3-Fettsäuren aus Algenöl stellen bei einem Fesselträgerschäden ebenfalls einen interessanten nutritiven Ansatz dar. Aus den enthaltenen Säuren EPA und DHA entstehen sogenannte „specialized pro-resolving mediators (SPM)“ im Einzelnen :Resolvine, Protectine und Maresine

Diese Stoffe haben eine andere Funktion als klassische Entzündungshemmer. Sie unterdrücken Entzündungen nicht einfach, sondern beeinflussen deren aktive Beendigung im Gewebe. Das bedeutet:

  • Makrophagen räumen beschädigtes Gewebe effizienter auf
  • überschießende Entzündungsreaktionen werden schneller beendet
  • Übergang in die Reparaturphase erfolgt leichter

Beispielration Fesselträger

Nachfolgende Basisempfehlung und Rationserweiterungen empfehlen wir regelmäßig, um den Fesselträger präventiv zu unterstützen oder nach einer Reizung oder einer starken Belastung bei der Regeneration zu begleiten:

  • Basisempfehlung 1: Magnokollagen® zur Unterstützung der kollagenhaltigen Strukturen
    • Täglich 15 g je 100 kg Körpergewicht für einen Zeitraum von 6 Wochen (danach 8 g je 100 kg KGW, sofern eine Besserung eingetreten ist) 
      • = 90 g pro Tag bei 600 kg KGW (danach 48 g bei 600 kg KGW)
    • Fütterungsdauer: Unserer Erfahrung nach insgesamt länger als 12 Wochen (langfristige Gabe empfohlen) und bestenfalls aufgeteilt auf zwei Mahlzeiten täglich (Tipp: in angefeuchtetem Futter).

 

  • Basisempfehlung 2: Magnobuild® Spezial zur Unterstützung eines belastbaren Binde- und Stützgewebes
      • Täglich 6 g je 100 kg Körpergewicht (KGW)
    • = 36 g pro Tag bei 600 kg KGW

 

  • Kombination von Basisempfehlung 1 und 2: Magnokollagen® und Magnobuild® Spezial
    • Magnokollagen: Wie in Basisempfehlung 1
    • Magnobuild@ Spezial kann auf täglich 4 g je 100 kg Körpergewicht reduziert werden
      • = 24 g pro Tag bei 600 kg KGW
    • Fütterungsdauer: Mindestens 3 Monate (langfristige Gabe empfohlen)

 

  • Optionale Rationsergänzung 1Algenöl zur Unterstützung der geordneten und physiologischen Entzündungsauflösung und Unterstützung kollagener Regenerationsprozesse
    • Täglich 2–2,5 ml pro 100 kg Körpergewicht 
      • = 12–15 ml  bei 600 kg KGW pro Tag
    • Fütterungsdauer: länger als 8 Wochen (langfristige Gabe empfohlen)

 

  • Optionale Rationsergänzung 2Magnoflexal® zur Unterstützung der natürlichen Entzündungskaskade im Binde- und Stützgewebe 

    • Täglich 5 g je 100 kg Körpergewicht 

      • = 30 g pro Tag bei 600 kg KGW
    • Fütterungsdauer: Mindestens 4-6 Wochen

 

 

Anmerkung: Unsere Beispielrationen bilden allgemeine Empfehlungen ab, ohne an dieser Stelle auf weitere Faktoren wie z. B. das Gewicht, das sportliche Leistungsniveau oder für den jeweiligen Einzelfall weitere wichtige Sachverhalte eingehen zu können. Diese berücksichtigen wir für Sie sehr gerne im Rahmen unserer individuellen Fütterungsberatung. Sprechen Sie uns einfach an und wir entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine für Ihr Pferd geeignete Fütterungsstrategie.

Kundenfeedback zu Magnokollagen®

Produktempfehlungen zum Thema

Magnokollagen®
Damit Ihr Pferd in seinem Element bleiben kann – der Bewegung
Magnobuild® Spezial
Greenpower für Bindegewebe, Gelenke, Sehnen und Bänder
Magnoflexal®
Die Feuerwehr für Gelenke, Sehnen und Bänder
Algenöl
Zum Ausgleich von essentiellen Omega-3-Fettsäuren