Stress beim Pferd - Stressoren (er)kennen

Was ist Stress?
Aufgeblähte Nüstern, Schnauben, Zittern, festgehaltene Muskulatur, Wegspringen bei jeder Kleinigkeit oder kopflose Flucht sind sehr eindeutige Anzeichen von Stress. Aber: Nicht jedes Pferd zeigt Stress auf diese Art. Vor allem langanhaltender Stress wird häufig übersehen. So kann auch ein Pferd im schönsten Offenstall Stress haben, wenn es in der Rangfolge ganz unten oder auch ganz oben steht.
Manch ein Pferd fällt vielleicht nur durch Unwillen oder Aggression auf und wird dafür womöglich noch bestraft. Vor allem im Zusammenhang mit Magengeschwüren stellen wir immer wieder vorsichtig die Frage: "Hat Ihr Pferd vielleicht Stress?"
n der Regel antworten die Besitzer erst mal mit Nein. Bei genauerem Nachforschen stellt man dann fest, dass die Magensymptome erst auftraten, seitdem ein neues Pferd in der Herde ist oder das Pferd nicht mehr jeden Tag seinen gleichen Tagesablauf hat. Das betroffene Pferd wirkte unter Umständen nie gestresst, sondern hat seine Probleme in sich hineingefressen. Auch wenn wir diese kleinen Änderungen im Leben unserer Pferde nicht als stressig betrachten, für das Fluchttier Pferd bedeuten sie eine neue womöglich gefährliche Situation.
Was ist nun Stress?
Stress ist eine Reaktion des Körpers auf potenziell gefährliche Situationen. Bei Ihrem Pferd passiert in Angstsituationen genau dasselbe wie bei Ihnen:
- Herzschlag und Blutdruck erhöhen sich,
- die Durchblutung der Muskulatur wird gesteigert,
- Blutzucker- und Adrenalinspiegel gehen nach oben,
- die Hirnwellentätigkeit ändert sich,
- Gehör- und Sehvermögen wird schärfer,
- die Bronchien erweitern sich,
Kurzum: Im Körper werden alle Vorbereitungen für eine möglicherweise nötige Flucht getroffen. Erneuerungs- und Wachstumsprozesse werden umgekehrt, gestoppt, denn für diese darf in Gefahr natürlich keine Energie geopfert werden.
Will man Stress beim Pferd nun erkennen, lohnt es sich die verschiedenen Ausdrucksformen des Pferdes (nach Bohnet 2011) zu kennen, um von diesen Rückschlüsse auf das eigene Pferd zu ziehen:
Körperspannung:
- Stellung des Körpers zum Partner
- Anspannungsgrad der Körpermuskulatur
- Stellung des Halses in Relation zum Körper und Anspannungsgrad der Halsmuskulatur
- Stellung des Kopfes in Relation zum Hals und Körper
- Stellung und Bewegung der Beine
- Stellung und Bewegung des Schweifes
- Stellung der Ohren in Relation zum Kopf
Mimik:
- Augenpartie: Lidschluss, Bewegung der Augen
- Anspannungsgrad der Nüstern
- Anspannungsgrad der Oberlippe
- Anspannungsgrad der Unterlippe
- Stellung des Maulspalts
- Öffnungsgrad des Mauls
- Anspannungsgrad der Wangenmuskulatur

Phasen des Stressgeschehens
Bei den Phasen des Stressgeschehens unterscheiden wir:
1. Alarmphase (Konfrontation mit einer psychischen oder physischen Belastung)
2. Widerstandsphase (der Körper reagiert auf den Stressor mit Erhöhung seiner Widerstandsfähigkeit)
3. Anpassungs- oder Erschöpfungsphase
In der Alarmphase reagiert das zentrale Nervensystem (Gehirn, Rückenmark) auf den Stressor mit einer Hormonausschüttung, die die Nebennieren zur Produktion von Cortisol (das ist die körpereigene Variante des aus der Medikation bekannten und nicht zu Unrecht gefürchteten Cortisons) anregt.
Das vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus) reagiert auf den Stressor ebenfalls mit Hormonausschüttung (Adrenalin und Noradrenalin). Durch diese hormonell gesteuerten Systeme kommt es zu den typischen körperlichen Stresserscheinungen der Widerstandsphase, wie z. B. die beim kurzzeitigen Stress typische Erhöhung von Herzfrequenz, Blutdruck und Blutzuckerspiegel, vermehrte Durchblutung der Muskulatur und der Lunge, Erweiterung der Bronchien, Steigerung des Gehör- und Sehvermögens, Absenkung der Schmerzempfindlichkeit, kurzum alle für eine Flucht oder für einen Kampf benötigten Systeme werden gestärkt, die Widerstandskräfte werden maximal gebündelt.
Besteht der Stress nur kurzfristig, wie z. B. in Form eines über dem Reitplatz kreisenden Hubschraubers, ist das vegetative Nervensystem vorherrschend. Das bedeutet, das Adrenalin wird, sobald der Hubschrauber wieder weg ist, neutralisiert und das Pferd beruhigt sich wieder.
Die Stressreaktion des zentralen Nervensystems führt demgegenüber zu weiteren Körperreaktionen, die sich nicht so schnell wieder normalisieren, wie die des vegetativen Nervensystems. Die Ausschüttung des Nebennierenrindenhormons Cortisol verändert den Stoffwechsel: längerfristige Erhöhung des Blutzuckerspiegels, Mobilisation von Körperfett, Abbau von Körpereiweiß, Freisetzung von Calcium, Einsparung von Natrium, um nur einige Beispiele zu nennen.
Auf Dauer ist vermehrte Cortisolausschüttung verheerend. Dauerstress führt körperlich (neben den erwähnten Magengeschwüren) zu sehr ernsten Erkrankungen, wie unheilbaren Stoffwechselerkrankungen, Immunschwäche, Allergien und Knochenschäden. Wachstum wird, ebenso wie Fortpflanzung und das Abwehrsystem gegenüber Infektionen, zumindest vorübergehend unterdrückt, denn der Körper konzentriert alles auf den Notfall und reduziert sich selbst, um alle Kräfte zu bündeln und dem Stressor irgendwann zu entkommen. Es kommt zudem zu einer vermehrten Einsparung an Natrium und Wasser sowie zur Freisetzung von Calcium. Das Ganze ist für ein oder zwei Tage durchaus vertretbar und prinzipiell eine vernünftige Körperreaktion: Cortisol hemmt z. B. Entzündungen, was dem Körper vorübergehend Erleichterung verschafft. Nur auf Dauer ist vermehrte Cortisolausschüttung verheerend, denn das gesamte Abwehrsystem wird geschwächt, der Körper verliert seinen Schutz gegenüber Keimen und speziell die Lungen eines im Dauerstress befindlichen Pferdes sind gefährdet.
Neben diesen körperlichen Auswirkungen entstehen psychische Schäden und Schäden am Hippocampus (Gehirnteil). Verbunden damit sind Einschränkungen der Lernfähigkeit, Schwierigkeiten bei der Verarbeitung von Erinnerungen, Wahrnehmungs- und Konzentrationsstörungen, Änderungen des Sozialverhaltens.
Ein durch langanhaltenden Dauerstress vorgeschädigtes Pferd zeigt auch oft ein Verhalten, das notgedrungen für den Menschen zum Problem wird, wie z. B. Panikattacken, Durchgehen, Abschalten usw. Auch Verhaltensauffälligkeiten wie Koppen, Headshaking und Weben werden durch Stress verstärkt.

Kurzzeitiger Stress
Die Systeme Sympathikus und Parasympathikus sind hier vorherrschend. Parasympathikus und Sympathikus sind Gegenspieler. Während der Sympathikus den Organismus auf eine Aktivitätssteigerung (Pferd ist ein Fluchttier; „fight or flight“), verantwortet der Parasympathikus Ruhe- und Regenerationsphasen („rest and digest“). Im Fall von Stress wird das Stresssignal über das Nervensystem an das Nebennierenmark übermittelt, das in der Folge das Stresshormon Adrenalin in den Blutkreislauf ausschüttet.
Durch die Adrenalinausschüttung erfolgen folgende Körperreaktionen: Momentane Angst oder Furcht erhöht die Herzfrequenz, den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel.
Die Blutversorgung des Verdauungstraktes (sowie auch dessen Funktion), der Haut sowie der für die Flucht nicht notwendigen Körpersysteme (wie Gehirn) wird gedrosselt, dagegen die Durchblutung der Muskulatur und der Lunge erhöht, um diese für Flucht oder Kampf entscheidenden Systeme optimal zu versorgen.
Einige Anzeichen von Kurzzeitstress bei Pferden:
- Hochgenommener Kopf/Hals
- Angespannte Muskulatur, angespannter Schweif, Kauen und Lecken
- Augen weiter geöffnet als normal (eventuell sogar rollend, Weiß im Auge sichtbar)
- Ohren unruhig, mehr zur Seite (oder nach hinten) als nach vorne gerichtet
- Nüstern weit geöffnet
- Oberlippe angespannt, mitunter spitz
- Unterlippe angespannt
- Maulwinkel angespannt (Faltenbildung)
- Schwitzen
- Schweifhaltung eventuell eingeklemmt, unruhig oder sogar peitschend
- Scharren, Stampfen, Schnarchen
- Schweifspannung oder Schweifschlagen beim Reiten
- Lippenspannung, Schweifspannung/Schweifschlagen, Ohren angelegt
- Herzfrequenz erhöht, evtl. auch Atemfrequenz
Sobald der Stress vorbei ist, normalisiert sich alles wieder.
Langanhaltender Stress
Die Aktivierung des Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindensystems führt bei länger anhaltendem Stress zu Körperreaktionen, die sich nicht so schnell wieder normalisieren: Die Nebennierenrinde schüttet vermehrt Cortisol aus. Der Stoffwechsel wird verändert, es kommt zu einer (längerfristigen) Erhöhung des Blutzuckerspiegels, Mobilisation von Körperfett und damit erhöhtem Blutfett (Triglyceride im Blut). Gleichzeitig wird Körpereiweiß abgebaut, der Gesamtstoffwechsel ändert sein Programm: von aufbauend zu abbauend, an die Reserven gehend.
Einige Anzeichen von Langzeitstress bei Pferden:
- Apathie
- Ablehnendes Verhalten, will weder mit Menschen noch Pferden zu tun haben
- Eingeschränktes Ohrenspiel
- Pferd wirkt dösend, aber lässt die Unterlippe nicht locker hängen
- Eingeschränkte Reaktion auf Ansprechen
- Kaum Augenkontakt (Eindruck des in die Ferne Schauens)
- Aggression, Beißen, Ohrenanlegen, auf andere Pferde (Mensch) losspringen
- Gefährliches Verhalten, Widersätzlichkeit
- Sich selbst beißen (Hengste vor allem)
- Beißen, Zähneknirschen bei Berührung
Mögliche Stressoren für Pferde
Stress bei Pferden kann verschiedene Ursachen (Stressoren) haben, die sich wiederum je nach Pferd unterscheiden können. Nicht jeder Stressor stresst jedes Pferd in der gleichen Weise. Was das eine Pferd nicht besonders stört, kann bei einem anderen Pferd zu ganz anderen Folgen führen. Je nach bisherigen Erlebnissen und Charakter des Pferdes lässt sich ein Pferd leichter stressen oder kann mit Situationen besser umgehen. Mögliche Stressursachen im Stallalltag können sein (Auswahl):

Haltung
- Änderungen im Tagesablauf
- Haltung ohne Kontakt zu Artgenossen
- Trennung von Artgenossen
- neue Pferde in einer Herdenstruktur
- Absetzen von Fohlen
Training
- unsachgemäße Ausbildungsmethoden
- ungewohnte Situationen, wie z. B. Anreiten
- Turniere
- Transportfahrten
- gestresste Reiter
Schmerzen
Sinnesorgane
Fehler in der Fütterung
- zu wenig Raufutter
- Unruhe im Stall, insbesondere während der Fütterung
- unzureichende Energiebereitstellung
- Mineralstoff- oder Vitaminmangel
Die Varianz möglicher Stressoren ist erheblich und an dieser Stelle nicht abschließend darstellbar. Wichtig ist es aus unserer Sicht, sich zumindest die „üblichen Verdächtigen“ zu vergegenwärtigen.
Haltung
Das Fluchttier Pferd hat gerne jeden Tag den gleichen Ablauf. Jede Veränderung bedeutet, dass irgendwo eine unentdeckte Gefahr lauern könnte. Für uns ist das manchmal schwer nachvollziehbar, aber es ist so. Sicherheit ist das Wichtigste in einem Pferdeleben.
So ruhen in einer Herde nie alle Pferde gleichzeitig. Mindestens ein Pferd passt auf, sodass die anderen sich entspannen können. Ein Pferd, das wiederum komplett alleine gehalten wird, muss dauerhaft auf sich selbst aufpassen und ist notgedrungen im Dauerstress.
Und in einer Herde kümmert sich eine Leitstute um die Sicherheit aller. Sozialkontakt dient also in großem Maße dem Wohlbefinden unserer Pferde. Allerdings kann umgekehrt Sozialkontakt mitunter auch Stress bedeuten.
Jede Änderung in der Herdenstruktur bedeutet zunächst, dass sich die Hierarchie in der Herde und damit möglicherweise auch das Sicherheits- bzw. Sozialgefüge ändert. Die Herde sollte also so wenig wie möglich verändert werden. Auch das ranghöchste und das niedrigste Pferd haben oft in einer Herde Stress, der eine, weil der hohe Rang gleichzeitig zentrale Verantwortung für Sicherheit der Herde bedeutet, die mitunter nicht einfach delegiert werden kann, der andere, weil er anderen Pferden ständig weichen muss.
In Boxenhaltung können Pferde, die sich nicht leiden können, nicht ausweichen. Auch das kann Stress verursachen, was mitunter zu wenig beachtet wird. Aber auch die Offenstallhaltung kann zu Stress führen, auch wenn diese Gemeinschaftshaltung artgerechter sein kann. So kennen wir Fälle, in denen das rangniedrigste Pferd zu wenig Futter erhält, da die anderen Pferde die in der Pferdherde übliche Rangordnung nutzen. Auch fühlt sich nicht jedes Pferd in einer großen Herde wohl, ähnlich wie beim Menschen, ist nicht jeder bzw. jede für eine große Wohngemeinschaft geeignet.
Auch das Absetzen von Fohlen, geschieht es noch so vorsichtig, bedeutet immer eine große Umstellung für Mutter und Kind und entsprechend massiven Stress. Nicht ohne Grund haben Absetzer überproportional oft Magengeschwüre.

Training

Unserer Erfahrung nach, widersetzt sich kein Pferd dem Reiter absichtlich oder gar hinterlistig. In der Regel sind Unverständnis, Angst, Überforderung oder Schmerzen der Grund. Unangemessene Bestrafung und negative Erfahrungen im Rahmen der Arbeit veranlassen das Fluchttier Pferd schnell dazu jeden Versuch zu unternehmen, um zu entkommen.
Diese Pferde zeigen Stresssymptome bei gleichzeitig eindeutigen Abwehr- und Angstreaktionen in ganz bestimmten Situationen, die mit der Arbeit in Zusammenhang stehen. Sie wollen sich beispielsweise entweder schon gar nicht satteln oder auftrensen lassen, sie versuchen, das Betreten von Halle oder Bahn zu verweigern, lassen nicht aufsitzen und vieles andere mehr.
Gerade von sehr rittigen Pferden, die immer versuchen, alles richtig zu machen, wird in der Folge häufig zu früh zu viel verlangt. Viele dieser Pferde zeigen zunächst gar nicht, dass sie gestresst sind, sie internalisieren den Stress.
Das Anreiten ist dabei ein kritischer Punkt in der Pferdeausbildung. Das Pferd muss verstehen, dass der Mensch und die Ausrüstung keine Raubtiere sind, die an ihm dranhängen. Hat man dies dem Pferd möglichst schonend und langsam beigebracht, muss es als nächstes verstehen, was Schenkel und Zügelhilfen bedeuten. Turniere und Transporte bedeuten für Pferde eine Reise ins Ungewisse. Je öfter ein Pferd verladen wird, desto weniger ist es gestresst. Dennoch weisen selbst transporterfahrene Pferde immer noch erhöhte Cortisolwerte im Speichel auf.
Pferde sind sehr sensible Tiere. Sie sind durchaus in der Lage, unsere Gefühle zu spüren, eine wichtige Eigenschaft für ein Fluchttier. Aus diesem Grund stellen hektische gestresste Reiterinnen und Reiter für die Pferde in ihrer Nähe einen massiven Stressor dar.
Pferdetransport

Ein Transport bedeutet schnell großen Stress für Pferde, ganz besonders natürlich für junge, unerfahrene Pferde. Aber auch bereits transporterfahrene Pferde, wie z. B. altgediente Turnierpferde, werden durch Transporte in Stress versetzt. Es wurden mittlerweile etliche Studien durchgeführt, die Transportstress beim Pferd untersucht haben. Was die Studien an transportunerfahrenen Pferden (mit wiederholten Transporten) zeigten, ist:
- Anstieg Stresshormon: Es kam beim Transport zum sofortigen und deutlichen Anstieg des Speichelkortisols, welches während des Transportes erhöht blieb und erst 2 Stunden nach Abladen auf den Ausgangswert zurückkehrte
- Gewöhnung an Stress braucht Zeit: Die Speichelkortisolantwort lässt zwar schnell nach mit wiederholtem Transportieren, trotzdem liegt noch deutlicher Anstieg auch bei Gewöhnung an Transporte vor
- Herzfrequenz erhöht: Bis 90 min nach Abladen war ein schnellerer Herzschlag zu messen
- Unregelmäßiger Herzschlag: Die RR-Intervalle (Herzschlagvariabilität) waren während des ersten Transportes deutlich mehr verringert als bei den darauffolgenden
Weitere Studien zeigen ein im Prinzip gleiches Ergebnis bei routinierten Sportpferden, denn: Transport ist ein wesentlicher Stressor im Leben eines Pferdes!
Gründe für Stress beim Transport:
- Isolation von Herdenmitgliedern
- Neue und beängstigende Umgebung (Geräusche, Gerüche, wechselnde Lichtverhältnisse, Immobilität etc.)
- Belastung durch Pathogene (Staub, Schimmelpilze, Mikroben etc.)
- Einschränkung normaler Beschäftigungs-/Aktivitätsmuster (Fluchtinstinkt wird komplett unterbunden)
- Zwangsannahme einer unnatürlichen Haltung (Kopf hoch angebunden)
- Muskelmehrbelastung durch Ausbalancieren während der Fahrt
- Futter-/Wasserentzug
- Ggf. auferzwungene Nähe zu unbekannten (evtl. aggressiven) Pferden
So kann man Transportstress reduzieren:
- Gewöhnung an den Hänger und üben kurzer Fahrten (anfangs z. B. mit erfahrenem, ruhigen Partnertier)
- Schmackhaftes Heu/Heulage zur freien Aufnahme anbieten (Kauvorgang entspannt das Pferd)
- Körpereigene Serotoninsynthese anregen (häufig bezeichnet als Glückshormonbildung) durch die Gabe von unserem Magnoquiet®
- Im Hänger für gute Luftzirkulation sorgen, Pferde nicht zu stark durch Gamaschen einschränken und die Haltung des Pferdes mit Hilfe einer Kamera überwachen (manche Pferde stehen sehr breit mit der Hinterhand zum Ausbalancieren und benötigen daher eine flexible Trennwand statt einer festen Holztrennwand)
- Mist der besten Freundin mitnehmen kann ebenfalls beruhigend wirken
- Achten Sie auf den Wasser- und Elektrolythaushalt
- Studien zeigen zudem, dass Pferde im Hänger gern rückwärts zur Fahrtrichtung stehen
Pferde können am Geruch des Mistes (und der kann alt sein!) noch den Stresslevel anderer Pferde riechen, denn das Stresshormon Cortisol findet sich im Blut, im Speichel, aber auch im Kot. Daher sollte alter Mist gestresster Pferde entfernt werden. Auch Gerüche nach dem Transport anderer Tierarten oder nach Blut (z. B. nachdem ein verletztes Pferd in die Klinik gefahren wurde) müssen rückstandslos entfernt werden.
Vielleicht können Sie es mal ausprobieren, ob Ihr transporterfahrenes Pferd ganz selbstverständlich und ohne das geringste Zögern in einen Hänger steigt, in dem zuvor ein gestresstes oder verletztes Pferd war. Ihr Pferd wird Ihnen wahrscheinlich mitteilen, dass dieser Hänger ein Ort des Schreckens für Pferde sei und ob Sie sich wirklich ganz sicher sind, dass es einsteigen solle!

Schmerzen
Starke Schmerzzustände erkennen Reiterinnen und Reiter in der Regel sofort und ziehen einen Tierarzt zu Rate, um das weitere Vorgehen zu besprechen.
Anders sieht das aber oft schon bei Lahmheiten aus, die zwei Beine gleichzeitig betreffen, wie z. B. Erkrankungen der Hufrolle, und sich langsam schleichend entwickeln. Auch Erkrankungen des Magens verlaufen oft unbemerkt, wenn z. B. allenfalls eine leichte Empfindlichkeit im Gurtbereich auftritt oder mitunter nur Kotwasser zu bemerken ist. Unpassende Ausrüstung, suboptimaler Beschlag – der Pferdebesitzer ist ständig gefordert, das Wohl seines Partners zu überprüfen und Abhilfe zu schaffen.
Schmerzen äußern sich häufig auch weniger durch Schreckhaftigkeit, als vielmehr durch ein "Sich-Entziehen" oder "Blockieren" bei bestimmten, für das Pferd schmerzhaften Bewegungen. Das Pferd, das z. B. beim "In-die-Ecke-Reiten" steigt, ist hierfür das klassische Beispiel. Ebenso das Pferd, das auf einer Hand nicht an das Gebiss treten will oder sich dabei unwillig und gestresst zeigt, während es auf der anderen Hand ruhig und gehorsam arbeitet.
Sinnesorgane
Auch wenn unsere Pferde in der Regel nicht mehr befürchten müssen, von Raubtieren angegriffen zu werden, sind sie dennoch auf ihre Sinnesorgane angewiesen. Pferde hören sehen und riechen sehr gut. Ist das nicht der Fall, bedeutet es für das Pferd Stress, da es aus evolutionsbiologischer Sicht eine leichte Beute ist. Unverhältnismäßige Reaktionen auf Licht oder Stöcke auf dem Boden sind typisch für Pferde, die nicht optimal sehen könne, weil sie etwa fehlsichtig sind.
Fütterung und Stress
Auch eine falsche Fütterung kann ein Stressor für das Pferd darstellen, den man allerdings leicht ausschalten kann.
Beginnen wir mit dem Raufutter. Die Fütterung von mindestens 1,8 bis 2% des Körpergewichts (kg) an Heu sorgt nicht nur für einen gesunden Magen-Darm-Trakt, sondern auch für ein entspanntes Pferd. Durch die lange Fressdauer ist das Pferd beschäftigt. Pro Kilogramm Kraftfutter macht ein Pferd durchschnittlich 800 Kauschläge. Bei einem Kilogramm Heu sind es ca. 3000. Kauen hat dabei eine beruhigende Wirkung. Außerdem hängt das Sättigungsgefühl maßgeblich von den Kauschlägen ab. Ein hungriges Pferd kann kein entspanntes Pferd sein. Während der Fütterung von Rau- und Kraftfutter sollte, im Stall Ruhe herrschen (also eigentlich immer). Laute Musik, Schreien oder Rennen sind hier fehl am Platz.
Eine absolut zu geringe Energiemenge (Energiemangel) im Futter kann dazu führen, dass das Pferd nicht in der Lage ist, die gewünschten Aufgaben losgelassen zu absolvieren. Die Folge ist, dass Pferde Stress erleben, weil „etwas“ fehlt, denn die Pferde spüren diesen Energiemangel und reagieren unterschiedlich:
- der eine, vom Temperament her der etwas "Kältere", mit Faulheit und mangelndem "Go".
- der andere, vom Temperament her der leistungswillige und entgegenkommende Typ, der alles recht machen will, bekommt Angst, sobald er spürt, dass seine Kräfte nicht reichen werden, um die erwartete Leistung zu vollbringen, und reagiert mit Unruhe bis hin zur Panik.
Abhilfe schafft man dadurch, dass man den Energiegehalt der Ration generell erhöht, was z. B. durch eine höhere Menge Raufutter oder die Zugabe von Ölen (z. B. Leinöl, in pferdegerechter Menge) erfolgen kann.
Wenn man die zusätzliche Energie allerdings nur für bestimmte Situationen, z. B. Turniere, benötigt, dann kann man die kurzzeitige Energielücke mit einem Energiekonzentrat, wie unser Magnoturbo®, zuführen, ohne den Gesamtgehalt an verdaulicher Energie in der Ration dauerhaft erhöhen zu müssen.[MM1]
Auch eine Überversorgung mit Eiweiß in der Ration den Energiemangel bedingen. Da Eiweiß im Körper so gut wie nicht gespeichert werden kann, müssen im Übermaß aufgenommene Eiweißmengen wieder ausgeschieden werden, was für den Körper einen energieverbrauchenden Prozess darstellt. Neben diesem Energieverlust hat Eiweißüberschuss noch einen zweiten außerordentlich unangenehmen Nebeneffekt: beim Abbau der Aminogruppe aus den Aminosäuren des Eiweißes wird Ammoniak frei. Ammoniak ist ein starkes Zellgift, auf das die Nervenzellen sehr empfindlich reagieren können, wenn es im Übermaß im Körper anfällt.
Steigt der Ammoniakblutspiegel an, was insbesondere dann der Fall ist, wenn die Leber ihrer Entgiftungsfunktion nicht schnell genug nachkommen kann (entweder, weil einfach zu viel Eiweiß da ist, oder die Leberkapazität nicht ausreicht), so können diese Pferde "Aussetzer" haben. Sie lernen naturgemäß auch nicht gut, sind widersetzlich und nicht aufnahmebereit. Eine Absenkung des Eiweißgehaltes in der Fütterung ist die einzige Möglichkeit, diesem Problem beizukommen, und ist auch aus gesundheitlichen Erwägungen (Dauerbelastung von Leber und Niere) geboten.
Ungleichgewichte, Mängel oder auch Defizite im Mineral- und Vitaminhaushalt verhindern die Losgelassenheit und Konzentration Ihres Pferdes. Inzwischen weiß fast jede Reiterin: Ein Magnesiummangel führt zu einem angespannten Pferd. Allerdings sind für einen funktionierenden Stoffwechsel noch viele weitere Spurenelemente und Vitamine nötig. Diese spielen generell eine unverzichtbare Rolle für die Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit eines lebenden Organismus. Einige Vitamine sind Coenzyme des Energiestoffwechsels. Fehlen sie, kommt es zu „Blockaden“ im Stoffwechsel, Ausweichreaktionen, Ausfällen oder zumindest Verzögerungen zentraler biochemischer Reaktionen.
So ist Nikotinsäure beispielsweise ein essenzielles Vitamin, das als Baustein von Coenzymen am Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweißstoffwechsel beteiligt ist und eine sehr wichtige Rolle für die Energiebereitstellung spielt. In geringer Menge wird Nikotinsäure auch aus Tryptophan synthetisiert. Im Stressgeschehen steigt der Bedarf an Nikotinsäure stark an. Auch Vitamin B6 ist neben Magnesium und Nikotinsäure ein wichtiger Cofaktor bei der im Gehirn stattfindenden Neusynthese von Serotonin aus Tryptophan. Besteht ein Mangel, so kann sich dieser in Reizleitungsstörungen im Nervensystem äußern.
Lange Zeit galt Magnesium als das Allheilmittel für schreckhafte Pferde. Tatsächlich führt ein Magnesiummangel zu einem schreckhaften Pferd. Bei nicht pferdegerechten Fütterungen aus 6 kg Hafer und 6 kg Heu, ohne Mineralstoffergänzung, ist tatsächlich ein Magnesiummangel zu erwarten, auch wenn man anzweifeln könnte, dass dieser bei einer solchen Fütterung der einzige Grund für ein nervöses Pferd ist.
Ein Mangel an Magnesium führt neben der Einschränkung enzymatischer Reaktionen auch zu einem vermehrten Einströmen von Calcium in die Körperzellen und somit zur Calciumüberladung derselbigen Zellen. Reizleitungsstörungen im Nervensystem und eine gestörte Verarbeitung von Lernprozessen im Gehirn sind die Folge. Dies wiederum führt zu erhöhter Schreckhaftigkeit und Stress. Auffällig dabei ist, dass diese Pferde immer schreckhaft oder nervös sind, nicht nur in speziellen Situationen, wie z. B. bei der Arbeit, sondern auch im täglichen Umgang.
Die Möglichkeiten einen Magnesiummangel über das Blutbild zu identifizieren sind leider eingeschränkt. Blut ist ein Transportmedium und daher nur unzureichend geeignet, um die Magnesiumversorgung zu überprüfen. Erst eine extreme Über- oder Unterversorgung verändert den Magnesiumgehalt im Blut (MEYER 2014). Etwas genauere Ergebnisse liefert der Blutwert, wenn er in Kombination mit den Gehalten im Urin beurteilt wird (NRC 2007). Um sicherzugehen, dass Ihr Pferd ausreichend mit Magnesium versorgt ist, gilt daher die Rationsberechnung nach wie vor als Goldstandard. Denn: Leider empfiehlt es sich nicht dauerhaft viel Magnesium zu füttern, da Darm- und Harnsteine entstehen können und die Aufnahme von Calcium und anderen Mineralien beeinflusst wird. Außerdem kann auch ein Überschuss zu einem Ionenungleichgewicht und somit zu einem nervigen Pferd führen.
Bei den heutigen heubetonten Rationen und der eigentlich üblichen Fütterung von Mineralfuttern ist ein Magnesiummangel eher unwahrscheinlich. Unter anderem bei minderwertigem Mineralfutter in Kombination mit intensiv gedüngten Weideflächen mit einseitigem Grasbewuchs kann es zu einem Magnesiummangel kommen. Wenn ein bestehender Magnesiummangel behoben wird, verbessert sich auch die Reaktion des Pferdes auf ihm unbekannte Situationen.
Sie sehen es ist kein Erfolg zu erwarten, wenn kein Magnesiummangel vorliegt. Im Gegenteil, eine weit über den Bedarf erhöhte Magnesiumzufuhr kann sogar die Nervosität noch steigern, weil auch in diesem Fall ein Ungleichgewicht in der Ionenverteilung auftritt. Zur gezielten Versorgung mit Magnesium, in Situationen eines Magnesiummangels haben wir unser Magnocalm® entwickelt.
Für das Nervensystem spielt weiterhin Tryptophan eine wichtige Rolle. Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure, das heißt, sie muss über die tägliche Nahrung laufend aufgenommen werden. Im Zentralnervensystem wird Tryptophan zu Serotonin umgewandelt. Serotonin ist als sogenanntes „Glückshormon“ für den kompletten Gemütszustand verantwortlich. Stress führt (zugleich mit der erhöhten Adrenalinausschüttung) zu einem Mehrverbrauch an Nährstoffen für die ausreichende Serotoninbildung. Fortdauernder Stress, der aus Lebenssituation und langfristig belastenden Faktoren resultiert, führt zu einer generell reduzierten Serotoninproduktion, sodass letztlich die Stressfolge selbst wieder zum Stressfaktor wird und bis zur Depression führen kann.
Tryptophan ist in vielen Futtermitteln natürlicherweise enthalten. Hafer z. B. hat gemäß DLG-Futterwerttabelle einen höheren Tryptophangehalt (1,4 g/kg) als Gerste (1,2 g/kg) und Mais (0,6 g/kg). In der Summe nimmt das Pferd am meisten Tryptophan über Heu und Gras (0,5 g/kg) auf. Grasen auf der Weide und eine heuintensive Fütterung erhöhen also die Tryptophanversorgung, und das erklärt, neben weiteren Faktoren, die Beobachtung, dass diese Pferde deutlich gelassener sind.
Wichtig für Turnierreiter zu wissen ist: Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) erlaubt in Futtermitteln nur einen Tryptophangehalt von unter 0,5% unabhängig davon, wie viel von diesem Futter gefüttert wird. Ist mehr Tryptophan enthalten, gelten 48 Stunden Karenzzeit.
Aufgrund dieser Regelung bedeutet es unter anderem Sojaextraktionsschrot pur zu füttern, ist auf einem Turnier eigentlich nicht erlaubt, denn der Tryptophangehalt beträgt ungefähr 0,65%. Kauft man es aber z. B. 1:1 gemischt mit Heucobs, enthält das Futtermittel nur noch 0,35% Tryptophan und kann also, ohne unter Doping zu fallen, unbegrenzt gefüttert werden. Füttert man 6 kg dieser Mischung, kommt man übrigens auf die gleiche Menge Tryptophan, die in 40 g Magnoquiet® enthalten ist. Dennoch empfehlen wir aufgrund der Regelung der FN für Magnoquiet® eine Karenzzeit und für die gleiche Menge Tryptophan aus entsprechender Menge Sojaschrot nicht.
Unser Magnoquiet® zeichnet sich durch einen hohen Tryptophananteil von 49% sowie einem hohen Gehalt an Nikotinsäure und Vitamin B6 aus. Somit dient es dem Pferd zur umfassenden Stressabschirmung. Es ist keinesfalls ein Beruhigungsmittel oder gar eine Art der Sedierung. Unter der Gabe von Magnoquiet® ist es allerdings möglich, in einer für das Pferd unheimlichen Situation dem Pferd zu zeigen, dass diese ganz normal und unproblematisch ist. Pferde sind Gewohnheitstiere. Hat das Pferd wiederholt eine positive Erfahrung gemacht und gelernt, dass gewisse Dinge ganz normal sind, bleibt dies in seinem Gedächtnis. Wieso soll man jungen Pferden nicht helfen, auch Transport und Turniere positiver wahrzunehmen? Wir empfehlen daher insbesondere im Training, sofern es bei dem jeweiligen Pferd angezeigt ist, mit Magnoquiet® daheim zu starten, damit positive Lernerfahrungen für den späteren Turniereinsatz aufgebaut werden.
Wir haben gesehen, dass Stress der sich (auch) auf den Magen schlägt, nicht immer vermeidbar ist. Optimale Haltungsbedingungen sind eine der immerwährenden und auch schwierigsten Aufgaben in der Partnerschaft mit unseren Pferden und selbst dann lassen sich, wie wir alle wissen, nicht alle Faktoren immer vermeiden.
Sie füttern vielleicht bereits magenfreundlich mit viel qualitativ hochwertigem Heu und wenig Krippenfutter, eventuell auch getreidefrei und dennoch zeigt Ihr Pferd immer wieder die typischen Magensymptome? Der physiologische Hintergrund an dieser Stelle ist schnell erklärt: Im Stress werden primär die Körperbereiche mit Blut versorgt, die für Kampf oder Flucht benötigt werden. Was nicht zur Flucht benötigt wird – beispielsweise der Verdauungstrakt - wird schlechter durchblutet. Dazu gehören die Zellen der Magenwand, die den Schleim produzieren, der die Magenwand vor der Magensäure schützt. Wird in der Folge zu wenig Schleim gebildet, kann die Magensäure die Magenwände angreifen und es entstehen Magengeschwüre im Drüsenteil des Magens.
Viele Pferde leiden unter Magenschleimhautveränderungen bis hin zu Magengeschwüren. Bei Freizeitpferden sind es statistisch 40 % bis 60 %. Sportpferde liegen mit rund 65 % etwas darüber, Spitzenreiter sind die Vollblutrennpferde mit über 90 %.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Pferd eine Veränderung der Magenschleimhaut hat, die zu Schmerzen und aufgrund dieser zu erneuten Stressreaktionen führen kann, ist leider hoch. Der Magen des Pferdes liegt linksseitig in Höhe der Gurtlage. Jeder Druck auf diesen Bereich, egal ob durch Reitergewicht, Schenkeleinwirkung, Verlangen einer Längsbiegung oder einfach das Gurten kann dann sehr unangenehm bis schmerzhaft sein. Ergo gehören Rittigkeitsprobleme mit zu den ersten Symptomen.
Zeigt Ihr Pferd eine der folgenden Auffälligkeiten (keine abschließende Aufzählung), sollten Sie tätig werden: Rittigkeitsprobleme, Schreckhaftigkeit, Abwehrreaktionen beim Gurten, sinkender Appetit, Leerkauen, Gähnen, Triebigkeit, Substanzverlust, Kotwasser.

Wie kann man Stress vermeiden?
Zunächst das Wichtigste: Selbst der fürsorglichste Pferdehalter kann seinem Pferd nicht jeden Stress ersparen. Das muss er auch nicht, Stress gehört einfach zum Leben und hat auch seine positive Funktion.
Aber vor manchen Situationen können wir unsere Pferde beschützen, zu prüfende Ansatzpunkte haben wir Ihnen in diesem Beitrag aufgeführt. Die natürlichen Grundbedürfnisse unserer Pferde wie beispielsweise Dauer der Nahrungsaufnahme, Sozialkontakt etc. sind für alle Pferde gültige Eckpunkte der Stressvermeidung, ebenso wie ein routinierter Tagesablauf. Wenn diese beachtet werden, dann kann man viel bewirken.
Tipps für ein entspanntes Pferd
Anbei eine kleine Übersicht mit allgemeinen Tipps für ein entspanntes Pferd im Stallalltag, die wiederum auf die jeweilige Situation zu übertragen sind.
- Sozialkontakte
- Jeden Tag der gleiche Tagesablauf
- Wenig Änderungen in der Herdenstruktur
- Pferde- und altersgemäße Ausbildung
- Einen bzw. eine entspannte Reiterin
- Turnierpferde profitieren davon, regelmäßig verladen zu werden, so wird diese Situation zur Routine
- Blockiert ein Pferd oder entzieht es sich, können unentdeckte Schmerzen dahinterstecken
- Ein bodenscheues Pferd kann vielleicht nicht richtig sehen
- Ruhe im Stall, vor allem während der Fütterung
- Ausreichende Heufütterung
- Ausgeglichene Fütterung von Mineralien und Vitaminen, ggf. ergänzt um Diät- und Ergänzungsfuttermittel wie unser Magnocalm® oder unser Magnoquiet®
- Energiemangel, aber auch Energieüberschuss vermeiden
Darüber hinaus ist jedes Pferd ein Individuum mit einzigartigem Temperament, Lernverhalten, Sensibilität, Kooperationsbereitschaft usw. Um sein Pferd vor Stress zu schützen, ist es wichtig, es möglichst gut zu beobachten und kennenzulernen.

Unser Produktfazit
Wenn Ihr Pferd einen (nachgewiesenen) Magnesiummangel hat, empfehlen wir unser Magnocalm®. Um Ihr Pferd mit Magnesium zu versorgen, nutzen wir organische (z. B. Aspartat oder Proteinat) und anorganische (Oxid, Sulfat oder Carbonat) Magnesiumverbindungen, Bindungsformen die auch in der Natur des Pferdes vorkommen. Unser Magnocalm® enthält Magnesiumoxid und Magnesiumaspartat. Die (vorübergehende) Gabe von Magnocalm® gleicht einen tatsächlich bestehenden Magnesiummangel aus. Um einen Magnesiummangel allerdings gar nicht erst entstehen zu lassen, empfehlen wir die Fütterung von mindestens 10 g je 100 kg Körpergewicht einer unsere Mineralstoffergänzungen, wie Magnolythe® S100 und Magnomyoforte®.
Liegt kein Magnesiummangel vor und lässt sich das Pferd leicht stressen, empfehlen wir unser Magnoquiet® mit einem hohen Anteil der essenziellen Aminosäure Tryptophan, die über die Nahrung aufgenommen werden muss. Im Zentralen Nervensystem kann diese Aminosäure zu Serotonin umgewandelt werden. Serotonin entspannt, beruhigt und macht fröhlich, ist also der körpereigene "Stimmungsaufheller". Darüber hinaus sind bestimmte B-Vitamine Coenzyme enzymatischer Reaktionen in der Stressbewältigung, deren Verfügbarkeit gewährleistet sein sollte. Unser Magnoquiet® enthält nicht nur einen hohen Gehalt an Tryptophan, sondern auch hohe Gehalte an stressabschirmenden B-Vitaminen, mit dem Ziel Stressreaktionen zu vermindern und die Stressbewältigung Ihres Pferdes zu unterstützen.
Schließlich lohnt es sich auch die Mineralstoff- und Vitaminversorgung genauer anzusehen, denn die verschiedenen Stoffwechselwege benötigen Co-Enzyme und Co-Faktoren, damit der Stoffwechsel arbeiten kann, wie er es soll. Gerade Pferde die viel fühlen können, merken schnell, dass ihnen etwas fehlt und reagieren mit Stress auf Lücken in der Versorgung des Stoffwechsels. Gerade unser Magnolythe® S100 kann aufgrund seiner umfassenden Produktkonzeption an Mengen- und Spurenelementen, Vitaminen und Aminosäuren nach einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass Pferde mentale Stärke erfahren und dadurch ausgeglichener werden.
Magnoguard® Leckerli, kurz vor dem Training verabreicht, sind nicht nur eine gesunde Alternative, sondern eine hervorragende Möglichkeit die Schleimhaut des Pferdemagens zu schützen.



