Fruktan „Unverträglichkeit": Was damit gemeint ist

Fallbeispiel: Weidezeit im Herbst
„Hallo liebes Iwest-Team,
Leo gehts erfreulicherweise ziemlich gut nach seinen Kolikstrapazen. Bei uns sind die Temperaturen in den letzten zwei Tagen ziemlich abgestürzt und sind nachts mit 3 grad nur etwas über dem Gefrierpunkt. Der Bewuchs auf der Wiese ist nicht mehr üppig. 5 cm werden schätzungsweise wohl nicht mehr erreicht. Meine Frage ist jetzt, ob ich Leo die Weidezeit erheblich einkürzen soll wegen des Reherisikos bei diesen Bedingungen? Normalerweise geht er so zwischen vier und fünf Stunden raus und gestern hatte ich ihn auch vier Stunden auf der Koppel, aber irgendwie weiß ich nicht so recht, ob das vernünftig ist. Heute hole ich ihn noch etwas früher rein, dann werden es wohl nur 3 Stunden. Wie schätzen Sie das ein? Er ist ja nie so richtig schlank. Ich gebe ihm 200 g Magnozym am Tag auf mittags und nachmittags verteilt.
Viele Grüße A. B.“
Fruktananstieg im Herbst
Im Jahresverlauf ändert sich die Nährstoffzusammensetzung von Gras sehr stark. Ist das Gras im Frühjahr jung, sowie eiweiß- und energiereich, wird es im Herbst zunehmend älter und verholzter, das Wachstum wird laufend geringer, die Blattmasse und der Nährstoffgehalt nehmen ab. Hinzu kommen oft noch steigende Toxinbelastungen aus Endophyten oder auch Mykotoxine durch Feldpilze im Herbstgras. All diese Veränderungen hängen mit der Pflanzenphysiologie, den Temperaturen, der Feuchtigkeit, Stress der Pflanze und der Tageslichtlänge zusammen.

Eine weitere, ganz wesentliche Veränderung im Herbst ist der Anstieg des Fruktangehaltes im Gras. Fruktan ist keineswegs nur ein „Frühjahrsproblem“, im Gegenteil, im Herbst steigt der Fruktangehalt teilweise extrem an.
Zum Wachsen benötigt Gras Sonnenlicht, Wasser und weitere Nährstoffe. Fehlt ein Faktor, beginnt die Pflanze ihre Energie zu speichern, bis wieder alle Faktoren für ein Längenwachstum zur Verfügung stehen. Das dazu gespeicherte Energiesubstrat ist ein Speicherzucker, das sogenannte Fruktan.
Darüber hinaus kommt es ebenfalls zu einem Anstieg der Fruktangehalte im Gras, wenn bestimmte Faktoren auftreten:
- Art der Gräser (fruktanreich sind z. B. Wiesenschwingel, dt. Weidelgras)
- Starke Sonneneinstrahlung
- Sonnenlicht und Wassermangel (Trockenheit)
- Sonnenlicht und Frost
- Kälte (<9 °C)
- Nährstoffmängel (ungedüngte Böden)
- Stress durch starken Verbiss
Schauen wir uns zunächst Fruktan aus Sicht der Biochemie an. Fruktan (und auch Inulin) sind spezifische Zuckerformen, die als Energiespeicher der Pflanzen fungieren. Sie bestehen alle aus Ketten des Einfachzuckers Fruktose und sichern der Pflanze das Überleben in Stresssituationen.

Wenn Gras z. B. Trockenheit, Frost oder starken Verbiss erlebt, schaltet es in den „Notmodus“. Das Fruktan dient dann als Reservenahrung, die es der Pflanze ermöglicht, nach schwierigen Zeiten rasch wieder neue Blätter und Triebe auszubilden.
Gerade im Herbst, wenn die Nächte zunehmend kalt, aber die Tage noch sonnig sind, lagern Gräser besonders viel Fruktan ein – eine Herausforderung für das Pferd, dessen Verdauungstrakt auf diese plötzliche Zuckerflut nicht vorbereitet ist (siehe unten).
Abnehmende Sonnenstunden bedeuten abnehmende Photosyntheseaktivität. Die Pflanze legt dann vermehrt Reserven an (in Form von der Zuckerform Fruktan), anstatt neue Blattmasse zu bilden und sinkende Temperaturen verlangsamen das Wachstum zudem stark. Beginnend bei unter 9°C verlangsamt sich das Wachstum kontinuierlich und stoppt bei unter 5°C vollständig.
Man sieht das an unterschiedlichen Temperaturgrenzen besonders gut:
- Über 9 °C:
- Gras kann wachsen
- Produzierter Zucker wird sofort ins Wachstum gesteckt
- Fruktanspeicherung ist minimal → geringes Hufreherisiko (siehe unten)
- Zwischen 8 °C und 5 °C:
- Das Wachstum verlangsamt sich stark
- Zucker wird aber weiterhin durch Photosynthese gebildet (besonders an sonnigen Tagen)
- Da weniger Blattmasse gebildet wird, wird überschüssiger Zucker als Fruktan gespeichert → steigender Fruktangehalt im Gras
- Unter 5 °C:
- Kein Wachstum mehr, Stoffwechsel der Pflanze nahezu inaktiv
- Tagsüber produziert die Pflanze weiterhin Zucker bei Sonneneinstrahlung, kann diesen aber nicht mehr verbrauchen
- Extrem hohe Fruktanspeicherung im Gras

Fruktan (und Inulin)
Fruktan (Fructo-Oligosaccharide) und Inulin haben als Speicherzuckerformen von Pflanzen vieles gemeinsam. Alle haben die Funktion als Energiespeicher zu dienen und damit das Überleben von Pflanzen in schwierigen Zeiten (z. B. Trockenheit, geringe Photosyntheseaktivität; siehe oben) zu sichern. Alle können nicht enzymatisch im Dünndarm des Pferdes abgebaut werden, sondern nur mikrobiell (im Dickdarm).
Obwohl Fruktan, Inulin und Frukto-Oligosaccharide generell alle aus Fruktose aufgebaut sind unterscheiden sie sich in ihrer Struktur und damit auch in ihrer Wirkung auf das Mikrobiom. Sie spielen eine Schlüsselrolle im Mikrobiom und können – je nach Menge – entweder positiv wirken oder hochproblematisch sein.
Fruktan ist die typische Speicherform der Fruktose in Gräsern. Es besteht aus Fruktoseketten von 3 bis über 200 Molekülen, die in gemischten Bindungen (β-2,1 und β-2,6) miteinander verbunden sind. Besonders die kurzen Ketten sind hochproblematisch, weil sie vom Mikrobiom extrem schnell fermentiert werden.
Inulin findet man vor allem in Wurzeln und Knollen (z. B. Chicorée, Topinambur). Seine Ketten sind gleichmäßiger und bestehen aus 10–60 Fruktosemolekülen mit nur β-2,1-Bindungen. Inulin wird langsamer fermentiert als Fruktan und gilt deshalb als etwas „sanfter“, sprich verträglicher. Es wird gerne Pferdefutter als Präbiotikum zugesetzt.
Fruktan im Magen
Wie wir wissen, ist der Pferdemagen in zwei völlig unterschiedliche anatomische Welten unterteilt. Oben befindet sich der drüsenlose Teil, der von einem empfindlichen Plattenepithel ausgekleidet ist – hier gibt es keinen Schutzfilm, keine Pufferung und auch keine aktive Säuresekretion. Genau hier leben Bakterien, die erste Fermentationsprozesse durchführen. Darunter schließt sich der Drüsenteil an, der die Magensäure produziert und in dem der pH-Wert so niedrig ist, dass dort kaum Bakterien überleben.
Diese Aufteilung ist entscheidend, wenn wir über Inulin und Fruktan sprechen. Studien zur Wirkung von Präbiotika wie FOS (Fructo-Oligosaccharide) oder Inulin haben gezeigt, dass diese Substanzen im Pferdemagen keineswegs nur positiv wirken, sondern im Gegenteil sogar einen schädigenden Effekt haben können. Besonders die Arbeit von A. Cehak et al. (2019) mit dem Titel "Does prebiotic feeding affect equine gastric health?" hat für großes Interesse gesorgt. Sie belegt anhand von einem in-vitro Studiendesign, dass insbesondere die beim mikrobiellen Abbau dieser Präbiotika, die eventuell in hohen Dosen entstehende Buttersäure, die Schleimhaut im oberen, drüsenlosen Teil des Magens angegriffen werden kann.
Dabei ist die Buttersäure eigentlich ein „guter Stoff“ – im Dickdarm ist sie einer der wichtigsten Schutzfaktoren für die Darmschleimhaut, fördert die Regeneration und stärkt die Barrierefunktion. Doch im Magen verhält sie sich teilweise wie ein scharfes Messer: Anstatt zu schützen, verletzt sie die Zellen direkt, insbesondere die empfindlichen Plattenepithelzellen. Das Ergebnis können Entzündungen, Erosionen und im schlimmsten Fall Magengeschwüre sein.
Fruktan und Inulin sind sich chemisch sehr ähnlich. Beide bestehen aus Fruktoseketten, doch es gibt einen feinen, aber entscheidenden Unterschied:
- Inulin besitzt relativ gleichmäßige, mittellange Fruktoseketten und wird daher langsamerund gleichmäßiger fermentiert.
- Fruktan aus Gras ist viel heterogener – es enthält auch sehr kurze Fruktoseketten, die explosionsartig fermentiert werden.
Fruktan könnte also im Hinblick auf eine überschießende Säurebildung möglicherweise noch gefährlicher sein, als Inulin. Noch fehlen Studien explizit zum Zusammenhang von Fruktan und der Magengesundheit.
Diese ersten Erkenntnisse könnten aber erklären, warum wir in unserer täglichen Beratungspraxis immer wieder einen auffälligen Anstieg der „Magenproblemfälle“ im Frühjahr und besonders im Herbst beobachten.
Gerade in diesen Jahreszeiten kann der Fruktangehalt im Gras extrem schwanken und plötzlich sehr hohe Werte erreichen – zum Beispiel nach Frostnächten oder auf abgegrasten, gestressten Weiden. Pferde nehmen dann unter Umständen innerhalb kürzester Zeit große Mengen Fruktan auf. Bereits im oberen Magenbereich beginnt eine rasche Fermentation, bei der dann eben Milchsäure und auch Buttersäure (Butyrat) gebildet werden.
Was für den Dickdarm und seine Darmepithelzellen (die Butyrat, sprich Buttersäure, schnell aufnehmen können) positiv ist, wird im Magen zum Problem. Die Buttersäure kann im Magen von den Plattenepithelzellen nicht aufgenommen werden, sondern liegt direkt und in hoher Konzentration auf der ungeschützten Magenschleimhaut.
Diese Studie gibt erste Hinweise, dass wir nicht einfach davon ausgehen können, dass ein Pferd auf einer saftig-grünen Weide automatisch einen gesunden Magen hat. Ein Leben auf der Weide kann, abhängig von der Fruktanmenge im aufgenommenen Gras, sogar massiven Stress für den Magen bedeuten. Auch Pferde, die entspannt grasen und keinen offensichtlichen Stressfaktoren ausgesetzt sind, können unter ständiger Säurebelastung im Magen leiden.
Für die Praxis bedeutet das: Wir müssen den Fruktan- und Zuckergehalt der Weide, besonders im Frühjahr und Herbst, im Blick behalten. Ein gesunder Magen hängt nicht nur von Ruhe, artgerechtem Umfeld und ausreichend Raufutter ab, sondern auch davon, welche mikrobiellen Prozesse bereits im Magen stattfinden. Ein Zuviel an diesen scheinbar „natürlichen“ Substanzen könnte dem Pferdemagen mehr schaden, als wir lange Zeit vermutet haben.

Fruktan im Darm
In einem gesunden Dickdarm herrscht ein faszinierendes, fein austariertes Gleichgewicht – ein komplexes Zusammenspiel zwischen verschiedenen Bakteriengruppen, die alle ihre Rolle haben, damit das Pferd gesund bleibt.
In einem gesunden Dickdarm stehen die Faserverdauer an erster Stelle, die unermüdlich die aufgenommene Rohfaser aus Heu, Gras aufschließen. Sie sind die „guten Arbeiter“ im Darm, die kontinuierlich wertvolle kurzkettige Fettsäuren, wie Essigsäure, Propionsäure und Buttersäure produzieren – die unverzichtbaren Energiequellen für das Pferd und Nahrung für die Darmschleimhaut.
Eine kleinere Bakterienpopulation in einem gesunden Dickdarm sind Zucker- und Stärkefermentierer, die energiereichere Bestandteile, wie Zucker, Stärke, Fruktan oder Inulin verstoffwechseln. In kleinen, d. h. physiologischen Mengen sind sie nicht nur völlig unproblematisch, sondern sogar nützlich. Wichtig ist an dieser Stelle nur, dass diese Bakterien Milchsäure (Laktat) produzieren, die wiederum aufgrund ihrer Säurewirkung, in größerer Menge anflutend, Schäden anrichten kann.
Und schließlich beherbergt ein gesunder Dickdarm eine dritte Gruppe, die Laktatabbauer – sie haben eine besonders wichtige Schutzfunktion. Immer wenn die Zuckerfermentierer Milchsäure produzieren, treten die Laktatabbauer in Aktion. Sie bauen diese Milchsäure sofort wieder ab, bevor sie Schaden anrichten kann. Auf diese Weise bleibt der pH-Wert im Blind- und Grimmdarm stabil, und die eingangs genannten Faserbakterien können in Ruhe weiterarbeiten. Das System bleibt in Balance – der Darm ist gesund, die Verdauung läuft reibungslos, und das Pferd fühlt sich wohl. Doch dieses Gleichgewicht ist empfindlich wie ein Kartenhaus!
Schauen wir uns hierfür ein beispielhaftes Pferd an, das im Herbst nach einem sonnigen Vortag und einer sehr kalten Nacht (unter 5° Celsius) frühmorgens auf die Weide gelassen wird und nun Gras mit einem hohen Fruktangehalt aufnimmt.
Dem Pferd fehlen die entsprechenden Enzyme, um die speziellen Zuckerbindungen Fruktan und Inulin im Dünndarm aufzuspalten. Das bedeutet, die Zuckerformen Inulin und Fruktan gelangen unverändert aus dem Dünndarm in die darauffolgenden Abschnitte des Dickdarms. Dort kommt es nun zu einem Abbau der beiden Zuckerformen durch Bakterien.


In kleinen Mengen und bei einem gesunden Pferdemagen und bei einem stabilen Dickdarmmikrobiom können diese Zuckerarten durchaus wertvoll sein, weil sie auch den Faserbakterien als Nahrung dienen können.
Doch größere Mengen, insbesondere plötzlich aufgenommenes Fruktan aus Herbstgras, können verheerende Auswirkungen haben – besonders bei magen- und stoffwechselempfindlichen Pferden, denn gelangt plötzlich zu viel Fruktan in den Dickdarm – etwa nach einer kalten Frostnacht auf fruktanreichem Herbstgras oder nach intensiver Beweidung auf gestressten, abgefressenen Flächen – kann das System kippen.
Die Zucker- und Fruktanfermentierer beginnen explosionsartig zu arbeiten und produzieren enorme Mengen Milchsäure. Die Laktatabbauer geraten zahlenmäßig ins Hintertreffen, sie schaffen es nicht mehr, diese Mengen abzubauen. Der pH-Wert fällt rapide ab. Und genau hier beginnen die Probleme bis hin zu einer möglichen Katastrophe.
Die Faserbakterien, die auf einen neutralen pH-Wert angewiesen sind, sterben nun massenhaft ab. Mit ihnen verschwinden auch die Laktatabbauer, die letzte Schutzbarriere des Darms. In kürzester Zeit wandelt sich der Dickdarm von einem stabilen Ökosystem in ein saures, toxisches Milieu, in dem nur noch wenige Bakterien überleben.
Die Folgen können in diesem Fall gravierend sein:
- Blähungen, Koliken durch massive Gasbildung und Darmlähmung,
- Durchfall oder Kotwasser durch den Zusammenbruch der Verdauung,
- und am gefürchtetsten ist, dass das Risiko einer Hufrehe ansteigt. Denn wenn die abgestorbenen Bakterien zerfallen, setzen sie Endotoxine frei, die ins Blut gelangen und Entzündungsreaktionen im gesamten Körper auslösen – besonders in den empfindlichen Huflederhäuten.
Fruktan als Risiko für Hufrehe
Da Fruktan nur von der Dickdarmflora abgebaut wird und somit Einfluss auf die Bakterienzusammensetzung im Dickdarm hat, sind besonders schwankende und sehr hohe Fruktangehalte problematisch. Denn beim Abbau von Fruktanen entstehen Abbauprodukte (kurzkettige Fettsäuren, Laktat), die zu einer Ansäuerung (Azidierung) des Dickdarminhaltes führen und lokal die Darmschleimhaut schädigen können (siehe oben).
Durch den Bakterienstoffwechsel der Darmflora bei hohen Fruktangehalten im Gras entstehen zudem blutgefäßaktive Amine. Diese können über die geschädigte Schleimhaut des Darms absorbiert werden und ebenfalls zur Entstehung einer Hufrehe beitragen.
Auch die beim Zerfall von Bakterien freiwerdenden Endotoxine gelangen in die Zirkulation und schädigen die feinsten Gefäße in der Huflederhaut und befeuern damit das Hufreherisiko.
So kann aus einer zunächst harmlos wirkenden Futteraufnahme – ein bisschen Gras nach einer kalten Nacht – innerhalb weniger Stunden ein gefährlicher, teils (je nach individueller Vorgeschichte) ein lebensbedrohlicher Zustand resultieren.
Besonders problematisch können hohe Fruktanwerte für Pferde werden, wenn diese über den Sommer Übergewicht angesetzt haben und damit anfälliger für Hufrehe sind als Pferde mit Normalgewicht. Bereits 1 Stunde Weidegang bei hohen Fruktanwerten, kann bei einem reheanfälligen Pferd einen Hufreheschub auslösen. Das gilt es in jedem Fall zu vermeiden.
Hinsichtlich des Fruktangehaltes im Gras sind sonnige Tage nach kalten Nächten sowie trockene Phasen im Frühjahr und Sommer am gefährlichsten. Im April und Mai sind die Fruktangehalte daher häufig hoch, sinken dann bis Juli ab, um im Herbst aber wieder deutlich anzusteigen mit neuen Höchstwerten im Oktober und November.
Das Genannte verdeutlicht, wie entscheidend es ist, das empfindliche Gleichgewicht im Dickdarm zu schützen und plötzliche Fruktanspitzen zu vermeiden. Nur wenn die Faserverdauer, Zuckerfermentierer und Laktatabbauer in Balance bleiben und Hand in Hand arbeiten können, bleibt der Darm stabil, die Verdauung gesund und das Pferd geschützt.

Hufreherisiko in Frühjahr und Herbst
- Frühjahr (März-Mai)
- Temperaturen: Ansteigend, oft noch Frostnächte
- Gras: Tagsüber Wachstum, nachts stark gebremst
- Risiko-Hufrehe: Sehr hoch bei kalten Nächten
- Sommer (Juni-August)
- Temperaturen: in der Regel über 15° Celsius
- Gras: Stabiles kräftiges Wachstum
- Risiko-Hufrehe: Gering
- Frühherbst (September-Oktober)
- Temperaturen: unter 10° Celsius, aber mehr als 5° Celsius
- Gras: Wachstum ist stark verlangsamt
- Risiko-Hufrehe: Ansteigend
- Spätherbst (Oktober-November)
- Temperaturen: unter 5° Celsius
- Gras: Wachstum stoppt
- Risiko-Hufrehe: Im Jahresverlauf am höchsten
Management und Fütterung
Wie wir gesehen haben, gibt es im Herbst einige Veränderungen, die direkt auf die Magen- und Darmgesundheit unserer Pferde Einfluss nehmen können.
Insbesondere das im Zeitverlauf zunehmende Risiko des Anstiegs von Fruktan im Gras ist ein zu berücksichtigender Punkt im täglichen Management, der unterschiedlich umgesetzt werden kann.
Sofern es möglich ist, empfehlen wir die Pferde unter Rückbindung an die Temperaturen auf die Weide zu lassen. So führen kalte Nächte (beginnend ab unter 9°C) unter 5 °C nach einem sonnigem Tag zu einem maximalen Fruktanwert am Morgen. In der Folge empfehlen wir in solchen Konstellationen zum Beispiel, die Pferde – nicht – in der Früh (auch nicht kurz) auf die Weide zu lassen.
Wichtig im Hinterkopf zu behalten ist, dass ein Pferd mit erhöhten Fruktangehalten im Gras natürlich umgehen kann, allerdings kommt es – wie immer – auf die aufgenommenen absoluten Gehalte und die entsprechende Reaktion im Darm an.
Tipps: Umgang mit Fruktan
- Dicke Pferde mit bestehender metabolischer Störung (z. B. Equinem Metabolischen Syndrom) nicht auf Herbst- oder Winterweiden lassen
- Gesunde, normalgewichtige Pferde in Herbst und Winter auf Koppel mit Heu zufüttern (denn auch eine Winterweide kann wichtig für die freie Bewegung unserer Pferde sein)
- Grasangebot auf Winterweide nicht abrupt ändern, sondern z. B. schrittweise zustecken
- Abgegraste Weiden mit tiefem Verbiss schließen und Ruhe bis zum Frühjahr geben
- In der Praxis ist es schwer möglich, die Pferde nur noch strikt nach Thermometer und Sonnenlicht auf die Koppel zu lassen, aber das Meiden von Weiden bei Sonne und gleichzeitiger Kälte ist anzuraten für empfindliche Pferde (z. B. verdauungssensibel, übergewichtig)
- Wer besonders vorsichtig sein möchte: Abweiden, bevor die Temperaturen nachts unter 8° C fallen.
Mehr zum Thema Abweiden im Herbst finden Sie hier.
Kommt es nun trotz aller Vorsicht zu ungewollten Veränderungen im Magen- Darmtrakt durch die Aufnahme von Zuviel Fruktan, empfehlen wir diesen mit entsprechenden Rationsanpassungen zu begegnen.
Zur Begegnung von Imbalancen im Darmtrakt empfehlen wir unser Magnozym®. Aufgrund seiner Produktkonzeption (sogenannte Heilerden, Humin- und Fulvinsäure, Präbiotika (Mannanoligo-Saccharide; MOS) und Kräuterextrakte) kann es mehrere Schlüsselfunktionen erfüllen und auf verschiedenen Ebenen einen Beitrag leisten.
Wie ein biologischer Schwamm haben die enthaltenen Komponenten die Fähigkeit Toxine, wie Endotoxine, die beim Absterben von Bakterien entstehen zu binden. Sie können auch die Mykotoxine aus Schimmelpilzen im feuchten Herbstgras abbinden und können damit das Risiko einer Aufnahme von Endotoxinen im Blut reduzieren.
Huminsäuren legen sich als schützender Biofilm auf die Schleimhaut und fördern die Regeneration geschädigter Schleimhautzellen. Die weiterhin enthaltenen Mannanoligo-Saccharide (MOS) können das Wachstum guter Bakterien (Faserverdauer, Laktatabbauer) fördern und zudem das Immunsystem modulieren. Kräuterextrakte können weiterhin die Verdauung unterstützen und gemeinsam mit den Toxinbindern die Leber entlasten.
Unser Magnoguard® wiederum empfehlen wir, umdie Regeneration der Magenschleimhaut sowohl im drüsenlosen Abschnitt wie auch im Drüsenteil des Magens zu unterstützen. Enthaltene ß-Glukane und spezielle Pektine, welche den Pferdemagen zuverlässig (bis selbst in die schwer erreichbaren, besonders sauren Areale am Magenausgang) mit einer stabilen Schleim- bzw. Gelschicht auskleiden, schützen die Schleimhäute und können zudem, gemeinsam mit natürlichen Puffersubstanzen und ausgewählten Aminosäuren, sowohl die Regeneration von Schleimhautschäden als auch die Neubildung von Magenschleimhautzellen unterstützen.
Sie sehen, das Frühjahr und der Herbst verlangen von uns Pferdehaltern ein genaues Hinschauen und Fingerspitzengefühl. Wer jetzt auf den möglichen Fruktangehalt im Gras schaut, auf gute Heuqualität achtet und die Fütterung nach tatsächlichem Bedarf ausrichtet, schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass das Pferd gesund, widerstandsfähig und gut vorbereitet durch diese anspruchsvollen Jahreszeiten kommt.




