Blutbild beim Pferd: Was zu beachten ist

Das Transportmedium Blut
Blut ist ein flüssiges Körpergewebe, das in einem geschlossenen Gefäßsystem durch den Körper zirkuliert. Eine seiner zentralen Aufgaben besteht darin, Sauerstoff aus der Lunge aufzunehmen und Kohlendioxid (CO₂) wieder abzugeben.
Nach der Sauerstoffaufnahme in den Lungenbläschen wird das Blut über Arterien und Arteriolen mithilfe der Pumpleistung des Herzens in den Körper transportiert. Dort gibt es Sauerstoff an das Gewebe ab und nimmt gleichzeitig CO₂ auf, das vor allem im Energiestoffwechsel entsteht. Über die Venen gelangt das Blut anschließend zurück zur Lunge, wo das CO₂ ausgeschieden und erneut Sauerstoff aufgenommen wird.
Blut setzt sich aus einer zellulären und einer flüssigen Phase zusammen: Etwa 40–45 % bestehen aus Blutzellen, 55–60 % aus dem Blutplasma. Zu den Blutzellen zählen:
- Erythrozyten (rote Blutkörperchen) – verantwortlich für den Sauerstofftransport
- Leukozyten (weiße Blutkörperchen) – eine heterogene Zellgruppe, zentral für die Immunabwehr
- Thrombozyten (Blutplättchen) – wichtig für die Blutgerinnung
Das Blut dient nicht nur dem Gastransport, sondern befördert auch Nährstoffe, Hormone, Enzyme, Elektrolyte, Spurenelemente und Abfallstoffe durch den Körper.
Ein entscheidender Punkt, den man sich bewusst machen sollte, ist: Blut ist ein Transport- und kein Speichermedium. Bei einer Blutentnahme wird also eine Flüssigkeit analysiert, die aktuell mit Nährstoffen, Spurenelementen und Stoffwechselprodukten „beladen“ ist. Ob diese Substanzen über die Nahrung aufgenommen oder durch körpereigene Abbauprozesse freigesetzt wurden, lässt sich aus den Messwerten allein nicht ableiten. Ebenso bildet das Blutbild meist nicht die tatsächliche Versorgungslage in den Geweben oder die gesamte Gesundheitssituation des Organismus ab, sondern liefert nur Momentaufnahmen bestimmter Parameter.
Warum macht man ein Blutbild?
Blutbilder stellen ein zentrales Instrument in der Diagnostik dar. Sie ermöglichen nicht nur die Identifizierung bestehender Erkrankungen, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zur Früherkennung subklinischer Störungen.
Ihre Aussagekraft beruht insbesondere darauf, dass bei krankhaften Prozessen oft mehrere Blutwerte gleichzeitig Abweichungen vom Referenzbereich aufweisen und so ein Muster entsteht, das eine präzisere Zuordnung erlaubt. Dies gilt beispielsweise für Leberfunktionsstörungen, die typischerweise durch eine Kombination veränderter Enzymaktivitäten und Metabolitwerte sichtbar werden.
Was Blutbilder können:
A) Blutbilder erlauben das frühzeitige Erkennen verschiedenster Krankheitsbilder:
- Entzündliche Prozesse lassen sich über Anstiege von Leukozyten, Fibrinogen und Akute-Phase-Proteinen (z. B. Serum-Amyloid A, C-reaktives Protein) erkennen.
- Hämatologische Veränderungen wie Anämien oder Sickerblutungen zeigen sich in Erythrozytenzahl, Hämoglobin, Hämatokrit und Erythrozytenindizes (MCV, MCH, MCHC).
- Infektionen werden durch Veränderungen im Leukozyten-Differentialbild sichtbar (z. B. Neutrophilie, Lymphozytose, Eosinophilie).
- Organfunktionsstörungen können durch eine Kombination pathologischer Laborparameter identifiziert werden:
- Leber: ALT, AST, GLDH, GGT, Bilirubin
- Niere: Harnstoff, Kreatinin, SDMA
- Muskulatur: CK, LDH, AST
- Stoffwechselstörungen manifestieren sich in Veränderungen von Glukose, Insulin, Elektrolyten (Na, K, Ca, Cl, Mg), Spurenelementen (z. B. Eisen, Zink, Selen) und Lipidprofilen (Cholesterin, Triglyzeride).
- Endokrinologische Dysbalancen können durch Bestimmung von z. B. ACTH-, Cortisol-, Insulin-Spiegel und Schilddrüsenhormone erkannt werden.
- Ergänzend liefern Gerinnungswerte (z. B. Thrombozytenzahl, Gerinnungsfaktoren, D-Dimere) sowie Immunparameter (Immunglobuline, Komplementfaktoren) wertvolle Zusatzinformationen.
B) Neben der Primärdiagnostik spielen Blutbilder eine wesentliche Rolle in der Überwachung von Krankheitsverläufen sowie in der Therapiekontrolle:
- Bei endokrinen und metabolischen Erkrankungen (z. B. Cushing-Syndrom, Equines Metabolisches Syndrom, Diabetes mellitus) dienen Laborwerte wie ACTH, Cortisol oder Insulin sowohl der Therapiekontrolle als auch der Dosisanpassung.
- Bei Lebererkrankungen ermöglichen regelmäßig erhobene Leberwerte Rückschlüsse auf die Effektivität therapeutischer Maßnahmen.
- Bei Infektionen und entzündlichen Erkrankungen liefern serielle Messungen von Leukozyten, CRP oder SAA Hinweise auf Therapieerfolg oder Persistenz der Erkrankung.
C) Blutuntersuchungen können auch Hinweise darauf geben, wie stark ein Organismus durch Training oder Belastung beansprucht wird und ob Anzeichen eines Übertrainings vorliegen.
- Muskulatur: Bei starker Beanspruchung der Muskulatur steigen bestimmte Enzyme im Blut an (z. B. CK, LDH, AST). Diese Werte zeigen, dass Muskelzellen unter Belastung (kleine) Schäden erlitten haben.
- Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt: Durch Schwitzen gehen Mineralstoffe verloren. Veränderungen von Natrium, Kalium, Chlorid, Calcium oder Magnesium im Blut können deshalb ein Hinweis auf unzureichende Flüssigkeits- oder Elektrolytversorgung sein.
- Blutbild (Hämatokrit): Bei Flüssigkeitsverlust kann der Anteil der festen Blutbestandteile vorübergehend höher erscheinen. Langfristig erhöhte Werte können aber auch ein Zeichen dafür sein, dass der Körper mehr rote Blutkörperchen bildet – etwa als Anpassung an intensives Training.
- Stressparameter: Hormon- und Stoffwechselwerte wie Cortisol oder Laktat liefern zusätzliche Informationen über die Belastungsintensität und darüber wie gut der Körper sich erholt.

Was Blutbilder nur bedingt können:
Zunächst, was vielleicht viele überrascht: Blutbilder lassen keine Aussage über die sportliche Verfassung zu. Fitness beschreibt die Gesamtheit von Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit und Regenerationsvermögen. Für die Beurteilung der Fitness sind daher Parameter wie Herzfrequenz, Atemfrequenz, Erholungszeit oder Laktatwerte deutlich aussagekräftiger als ein Routine-Blutbild.
Das Blutbild kann in diesem Zusammenhang deshalb nur eine ergänzende Rolle spielen: Es liefert Hinweise auf den Wasser- und Elektrolythaushalt sowie auf mögliche Folgen von Trainingsbelastung oder Anzeichen von Übertraining.
Auch bei der Beurteilung der Versorgungslage mit Nährstoffen sind Blutbilder nur bedingt geeignet. Supplementierungen, wie beispielsweise Mineralstoff-, Vitaminergänzung, lassen sich dagegen nicht in jedem Fall zuverlässig über ein „klassisches Blutbild bestimmen und kontrollieren, denn nicht jeder Parameter korreliert mit dem tatsächlichen Versorgungsstatus im Gewebe. Der Grund ist, dass Blut ein Transportmedium ist.
Für eine gezielte Kontrolle und differenzierte Beurteilung sind meist spezifische Laborparameter erforderlich, da einfache Blutbildwerte nicht immer den tatsächlichen Speicherstatus oder die funktionelle Versorgung widerspiegeln.
Blutbilder beim Pferd
Es gibt sie zwar – die Blutbilder mit den sprichwörtlichen „Bilderbuchwerten“ –, doch sie sind eher selten. Meist weicht einer oder gleich mehrere Werte vom Referenzbereich ab. Das führt oft zu Verunsicherung und wirft sofort Fragen auf:
- Wie entstehen eigentlich Normwerte?
- Kann ein Pferd trotz Normwerten im Blut dennoch unter- oder überversorgt sein?
- Bedeutet ein erhöhter Wert eine Überversorgung oder gar eine Erkrankung?
- Deutet ein erniedrigter Wert automatisch auf einen Mangel hin?
- Und welchen Einfluss haben Tageszeit, Fütterung oder Arbeit auf die Ergebnisse?
Wie bei allen diagnostischen Verfahren gilt auch für Blutuntersuchungen: Ein einzelner Wert ist zunächst nur eine Zahl – ohne Zusammenhang hat er wenig Aussagekraft. Erst die Einordnung im Vergleich zu Referenzwerten macht ihn interpretierbar. Doch auch diese Normwerte reichen allein nicht aus, da sie von zahlreichen Einflussfaktoren mitbestimmt werden.
Um Referenzbereiche festzulegen, werten Labore Blutproben von klinisch gesunden Pferden aus. Dabei werden meist nach Altersgruppen (z. B. Fohlen, erwachsene Pferde) getrennte Mittelwerte gebildet. Der Referenzbereich umfasst in der Regel 95 % dieser Proben (± 2 Standardabweichungen), allerdings sind diese Werte populations- und methodenabhängig. Das bedeutet: Etwa 5 % gesunder Pferde zeigen Werte außerhalb des Referenzbereiches, ohne krank zu sein.
Zudem verwendet jedes Labor eigene Geräte und Methoden. Deshalb können sich Referenzbereiche von Labor zu Labor unterscheiden. Daher müssen Blutwerte immer im Vergleich mit dem laboreigenen Referenzbereich beurteilt werden.
Zur Qualitätssicherung nehmen manche Labore an sogenannten Ringversuchen teil. Dabei werden identische Proben an mehrere Labore geschickt, die Ergebnisse verglichen und Abweichungen bewertet. Labore, die zuverlässig im Toleranzbereich liegen, erhalten ein Qualitätssiegel; bei starken Abweichungen werden methodische Anpassungen oder Geräteüberprüfungen gefordert.
Wichtig ist festzuhalten:
- Blutwerte sollten nie isoliert interpretiert werden. Sie müssen immer im Zusammenhang mit klinischen Erscheinungen und – wenn möglich – in einem zeitlichen Verlauf betrachtet werden.
- Ein einzelnes Blutbild mit einem abweichenden Wert bei einem klinisch gesunden Pferd gibt in der Regel keinen Anlass zur Sorge, sondern höchstens Anlass zur kontrollierenden Nachuntersuchung.
Einflussfaktoren auf Blutwerte
Zu den wichtigsten gehören Tageszeit, Fütterung, Stress, körperliche Belastung und das Probenhandling. Auf die zentralen Faktoren Tageszeit und Fütterung gehen wir hier genauer ein.
Beim Menschen wird für ein Check-up-Blutbild in der Regel morgens nüchtern Blut entnommen. Beim Pferd hingegen erfolgt die Blutentnahme durch den Tierarzt irgendwann im Tagesverlauf. Die Probe kann anschließend noch mehrere Stunden – im Sommer sogar ungekühlt – transportiert oder per Post verschickt werden, bevor sie im Labor ankommt.
Hinzu kommt: Ob das Pferd kurz vor der Blutentnahme gefressen oder gearbeitet hat, wird meist nicht dokumentiert. Schon dadurch kann ein Wert beeinflusst sein, sodass eine Abweichung vom Referenzbereich nicht zwangsläufig krankhafte Ursachen haben muss.
Das ist von besonderer Bedeutung, denn viele Blutparameter unterliegen tageszeitlichen Schwankungen, wie zum Beispiel:
- Hormone wie Cortisol sind morgens höher und fallen im Tagesverlauf ab.
- Magnesium zeigt ebenfalls tagesabhängige Schwankungen.
- ACTH variiert nicht nur über den Tag, sondern auch jahreszeitlich – besonders im Herbst. Daher sollte die Blutentnahme zur ACTH-Bestimmung möglichst immer zur gleichen Tageszeit erfolgen.
- Auch Eisen und Hämatokrit sind am Morgen etwas höher.
Wir haben es oben schon angesprochen, bei uns Menschen wird das Blut nüchtern entnommen, bei unseren Pferden ist das in der Regel nicht möglich. Dabei beeinflusst auch beim Pferd die Futteraufnahme viele Blutwerte deutlich:
- Insulin und Glukose steigen nach getreidehaltigem Kraftfutter stark an. Deshalb ist für die Diagnostik von EMS und Insulinresistenz eine morgendliche Nüchternprobe besonders wichtig.
- Magnesium und Phosphat schwanken ebenfalls je nach Fütterung.
- Harnstoff steigt nach eiweißreicher Fütterung stark an (z. B. nach Weidegang deutlich über Norm). Der Harnstoffwert beim Pferd spiegelt daher eher die Eiweißaufnahme als die Nierenfunktion wider. Für die Beurteilung der Niere sind Kreatinin und SDMA zuverlässiger.
Pferde sind darüber hinaus Fluchttiere und damit „stress-high-responder“, das heißt sie reagieren evolutionsbedingt besonders sensibel auf Stress. Schon kleine Reize können starke Veränderungen im Stoffwechsel auslösen – und das zeigt sich auch im Blutbild.
Stress aktiviert die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse). Dadurch steigen Stresshormone wie Adrenalin, Cortisol und Katecholamine an. Gleichzeitig erhöht sich der Glukosespiegel, da sofort verfügbare Energie für eine mögliche Flucht bereitgestellt wird.
Ein besonderes Merkmal des Pferdes ist der große Erythrozytenspeicher in der Milz: Bis zu 60 % der roten Blutkörperchen können dort gelagert sein. Unter Stress werden sie freigesetzt, sodass der Hämatokrit kurzfristig um bis zu 20 % ansteigen kann.
Schon der bloße Anblick des Tierarztes oder die Blutentnahme selbst kann also zu einem „roten Blutbild“ mit scheinbar krankhaften Werten führen.
Stress kann dabei nahezu alle Blutwerte beeinflussen. Besonders betroffen sind:
- Blutbild: Hämatokrit ↑, Erythrozyten ↑, Stressleukozytose (Neutrophile ↑, Lymphozyten ↓), Thrombozyten ↑
- Elektrolyte & Mineralstoffe: Magnesium zunächst ↑ dann ↓, Natrium ↑ bei längerem Stress, Kalium ↓, Eisen ↓, Zink ↓, Kupfer ↑
- Stoffwechsel: Glukose↑, Laktat↑, Harnstoff ↑, freie Fettsäuren & Triglyzeride ↑
- Enzyme: CK ↑, AST/LDH ↑ bei Muskelanspannung
- Hormone: Cortisol ↑, ACTH ↑ (wichtig bei Cushing-Diagnostik!), Insulin variabel
Sie sehen, Stress hat vielfältige Auswirkungen auf das Blutbild und damit auf die Interpretationsfähigkeit der Ergebnisse. Aus diesem Grund empfehlen wir, wenn möglich, die Blutentnahme in Ruhe und ohne Aufregung durchzuführen, auch nicht unmittelbar nach einem Transport oder dem Training, sondern erst nach einer Erholungsphase.

Sportliche Belastung, wie Training oder die Turnierteilnahme,zieht in Bezug auf das rote Blutbild ähnliche, wenngleich im Vergleich zum Stress deutlich abgeschwächte Konsequenzen nach sich, dafür kommen noch weitere bzw. andere Einflüsse auf die Muskelenzyme und insbesondere auf die Elektrolyte und Mineralstoffe dazu. Typische Veränderungen im Blutbild sind dabei:
- Glukose: kurzzeitig ↑, fällt danach wieder ab
- Insulin: zunächst ↓ durch Adrenalin, dann ↑ nach Glykogenmobilisierung
- Laktat: Anstieg je nach Intensität → Hinweis auf anaeroben Stoffwechsel
- Elektrolyte: Kalium ↑ während Arbeit, danach ↓; Natrium & Chlorid ↓ durch Schwitzen; Magnesium kurzfristig ↑, danach ↓
- Muskelenzyme: CK, LDH, AST steigen an – leichte Anstiege sind physiologisch, starke und anhaltende Anstiege deuten auf Muskelschäden
- Säure-Basen-Haushalt: Bei intensiver Arbeit Laktat ↑, pH & Bicarbonat ↓ (metabolische Azidose)
Auch nach der Blutentnahme (Stichwort Transport) können Werte verfälscht werden:
- Glukose sinkt, da Zellen sie weiterhin verbrauchen (5–10 % pro Stunde bei Raumtemperatur).
- Hämolyse (Zerfall roter Blutkörperchen) erhöht Kalium, Phosphor, Magnesium, Eisen, Zink, Mangan und bestimmte Enzyme.
- Bilirubin ist lichtempfindlich und fällt bei Lichteinwirkung ab.
- Vitamin B12 und Folsäure sind instabil und können ebenfalls sinken.
→ Deshalb ist die richtige Aufbereitung (z. B. Zentrifugation, passende Röhrchen) entscheidend.
Neben den „großen Fünf“, Tageszeit, Fütterung, Stress, Belastung und Probenhandling, spielen weitere Faktoren eine Rolle. Diese sind:
- Alter: Fohlen haben höhere Leukozyten, niedrigeren Hämatokrit; alte Pferde veränderte Hormon- und Stoffwechselwerte.
- Rasse und Trainingszustand: Vollblüter oft höherer Hämatokrit, Sportpferde höhere Enzyme als Freizeitpferde.
- Geschlecht und Zyklus: Hengste manchmal höhere Enzyme, Stuten Zyklus-bedingte Schwankungen, Trächtigkeit verändert Proteine und Stoffwechsel.
- Flüssigkeitshaushalt: Dehydratation → scheinbar höhere Hkt/Hb/Proteine; Hyperhydration → niedrigere Werte.
- Körperlage und Bewegung: Muskelanspannung oder langes Stehen kann Leukozyten und Enzyme beeinflussen.
- Jahreszeit und Umwelt: Weidegang → Harnstoff ↑, Hitze/Schwitzen → Elektrolyte ↓, ACTH im Herbst ↑.
Fazit

Sie haben gesehen, dass Blutbilder ein wichtiges diagnostisches Werkzeug darstellen, es allerdings viele Einflussfaktoren gibt, welche die Werte in die eine oder andere Richtung beeinflussen können. Aus diesem Grund ist ein Blutbild niemals isoliert zu interpretieren, denn Stress, Training, Fütterung, Tageszeit und Probenhandling können die Werte massiv verfälschen.
Deshalb ist es immer wichtig, Blut möglichst in Ruhe, ohne Aufregung und nicht direkt nach Transport oder Training zu entnehmen – und die Ergebnisse immer im Gesamtzusammenhang mit der Klinik bzw. dem Tierarzt, der Vorgeschichte und dem Verlauf zu beurteilen.
Die oben genannten Beispiele zeigen: Abweichungen vom Normbereich müssen immer kritisch hinterfragt werden. Ein Wert kann außerhalb der Referenz liegen, ohne dass tatsächlich eine Erkrankung vorliegt. Bei Unsicherheiten kann es empfehlenswert sein in Abstimmung mit Ihrem Tierarzt eines oder mehrere Kontrollblutbilder zu machen, um gemeinsam mehr Informationen zu gewinnen.
Ein Blutbild liefert immer nur eine Momentaufnahme. Faktoren wie Tageszeit, Fütterung, Stress, Arbeit oder das Handling der Probe können Ergebnisse erheblich beeinflussen – und Normwerte selbst berücksichtigen diese Variablen in der Regel nicht.
Daher gilt: Blutwerte müssen stets im klinischen Kontext und möglichst im Verlauf interpretiert werden – nur so lässt sich unterscheiden, ob es sich um eine harmlose Abweichung oder um ein krankheitsrelevantes Signal handelt.



